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16. Februar 2021 | 14:30 Uhr
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Reise- und Hotelbranche hoffen auf Neustart mit Schnelltests

Es müssten nachvollziehbare und begründbare Bedingungen formuliert werden, unter denen Hotels und Reiseunternehmen wieder arbeiten könnten, forderten Vertreter von Verbänden der Hotellerie und Touristik nach einem Treffen mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (Foto). Eine zentrale Rolle könnten dabei flächendeckende Schnelltests spielen.

Altmaier Peter

Peter Altmaier verspricht der Reisebranche eine Öffnungsstrategie

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Dienstag gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ angekündigt, dass von März an „alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests getestet werden können“. Dafür seien dann ausreichende Testkapazitäten verfügbar, die Kommunen sollen vor Ort Testzentren oder Apotheken mit solchen Angeboten beauftragen können, die Kosten dafür werde der Bund übernehmen, erklärte der Minister. Die Pläne sollen zudem den Weg für den Einsatz von Laien-Selbsttests ebnen, die derzeit für eine demnächst erwartete Zulassung geprüft werden.

Mit seiner Ankündigung, die schnell die Runde machte, dürfte Spahn die Stimmung bei einem virtuellen Treffen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier mit Vertretern von Wirtschaftsverbänden spürbar aufgehellt haben. Schließlich fordern gerade die Vertreter der Touristik und der Hotellerie schon länger eindringlich umfassende Teststrategien, um die Öffnung von Hotels und Reisen wieder zu ermöglichen.

"Gemeinsam Handlungsspielräume erarbeiten"

Der Präsident des Dehoga-Bundesverbandes, Guido Zöllick, hatte bereits im Vorfeld des Treffens gefordert, das Impftempo zu beschleunigen und flächendeckend kostenfreie Schnelltests zur Verfügung zu stellen. Diese Forderung erneuerte er nach dem Gespräch, denn die dramatische Lage des Gastgewerbes erfordere es, „dass die Politik alles dafür tut, dass die Betriebe keinen Tag länger geschlossen bleiben als dies gesundheitspolitisch notwendig ist“.

Michael Frenzel, Präsident des Dachverbandes der Tourismuswirtschaft BTW, formulierte in einem Statement die Erwartung, „dass die Politik im Dialog mit der Branche gemeinsam Maßnahmen und Handlungsspielräume erarbeitet, die Tourismus und Gesundheitsschutz zusammenbringen“. Dabei solle nicht allein die Inzidenz zur Grundlage von Entscheidungen gemacht, sondern weitere Faktoren, wie etwa die Auslastung von Intensivbetten einbezogen werden. Zu einer Öffnungsstrategie gehöre die schnelle Umsetzung von Schnell- und Selbstteststrategien und eine differenziertere Ausweisung von Risikogebieten im In- und Ausland.

Öffnungsperspektive auch für Ostern?

DRV-Präsident Norbert Fiebig verwies auf die Auswertungen des Robert-Koch-Institutes, über die Reise vor9 bereits am Montag berichtet hatte. Darin werde belegt, dass die klassische Urlaubsreise ins Ausland im vergangenen Sommer nicht Treiber des Infektionsgeschehens in Deutschland war. Dringend notwendig sei nun „die konkrete Umsetzung eines Restart- und Öffnungsplans, den die Bundesregierung und die Länder vor Wochen in einem Beschluss bereits angekündigt haben“, so Fiebig.

Einmütig unterstrichen die Vertreter der Reise- und Hotelbranche, dass die Möglichkeit zu Reisen in den Osterferien keinesfalls schon jetzt ad acta gelegt werden dürfe. Dazu äußerte sich am Dienstag auch der Chef des drittgrößten Reiseanbieters FTI, Ralph Schiller. „Wir müssen gemeinsam mit der Politik eine Möglichkeit schaffen, damit die Menschen sicher unterwegs sein können“, sagte er. Bereits im vergangenen Jahr habe die Branche zeigen können, „dass die organisierte Form des Reisens, wie wir als Veranstalter sie anbieten, sicher funktioniert“. Dabei spielten geprüfte Hygienekonzepte und eine umfassende Testinfrastruktur eine wichtige Rolle.

Die Kunden behielten hielten bislang für die Osterferien an ihren Urlaubswünschen fest und warteten ab, wie sich die Situation in ihren Reiseländern sowie die Bestimmungen in Deutschland bei der Wiedereinreise in den nächsten Wochen entwickele. Gefragt seien einerseits warme Regionen wie Ägypten, Dubai und die Kanaren und andererseits Reisen innerhalb Deutschlands. „Wir sind fest davon überzeugt, dass sicherer Osterurlaub mit einem entsprechenden Testkonzepten möglich ist“, sagt Schiller.

Konkrete Entscheidungen Anfang März

Das politische Tauziehen um den Osterurlaub geht unterdessen munter weiter. Zuletzt verkündete Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, er hoffe, dass Urlaub in Bayern über Ostern möglich sei. Wirtschaftsminister Altmaier kündigte an, zusammen mit der Wirtschaft für den nächsten Corona-Gipfel von Bund und Ländern Anfang März Empfehlungen für eine Öffnungsstrategie zu erarbeiten. Altmaier sprach von einer „begründeten Hoffnung“, dass es für viele Bereiche bei den nächsten Bund-Länder-Beratungen eine Öffnungsperspektive geben könne. Er kündigte außerdem an, bei den Kriterien zu staatlichen Finanzhilfen über Anpassungen nachzudenken.

Christian Schmicke

 

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