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19. August 2020 | 12:28 Uhr
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Reiserechtler fordert Pandemie-Regeln für Stornos

Reisende sollten künftig bei Stornierungen aufgrund einer Pandemie mit der Hälfte der anfallenden Kosten zur Kasse gebeten werden, fordert Ernst Führich in einem offenen Brief an Bundesjustizministerin Christine Lamprecht. Veranstalter würden "durch die Freistellung ihrer Kunden von jeglichen Kosten extrem in ihrer Existenz gefährdet", argumentiert er.

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Kunden sollen bei Stornos wegen einer Pandemie künftig zur Kasse gebeten werden, meint Ernst Führich

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Die Beteiligung der Reisenden an den Stornokosten sei vertretbar, weil diese heute wüssten, unter welchen gesundheitlichen Risiken sie nationale und internationale Pauschalreisen buchten, meint Führich. Die bisherige gesetzliche Regelung, nach der ausschließlich der Veranstalter im Fall von Reiseabsagen oder Stornos infolge einer Pandemie das wirtschaftliche Risiko trage, erscheine "für künftige Fälle nicht interessengerecht", so der Jurist. Da in Zukunft mit weiteren Pandemien gerechnet werden müsse, schlage er vor, die maßgebliche Pauschalreise-Richtlinie 2011/83/EU "an die Folgen und Erfahrungen mit der Covid-19-Pandemie anzupassen".

Die Reiseveranstalter hätten "zur Vorbereitung der Pauschalreisen erhebliche Vorausleistungen durch ihre eigenen Mitarbeiter, ihren Vertrieb über stationäre und digitale Reisevermittler und mit ihren Leistungsträgern wie beispielsweise Airlines und Beherbergungsunternehmen erbracht", führt der emeritierte Professor und frühere Richter aus und fügt hinzu: "Diese Reiseunternehmen sind wegen fehlender Liquidität durch Neubuchungen und fehlender Rückzahlungen durch die Leistungsträger in ihrer Existenz extrem gefährdet." Deshalb solle das Risiko im Fall einer Pandemie in Zukunft zu gleichen Teilen auf Anbieter und Kunden verteilt werden.

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