Reiseveranstalter verlieren eine Milliarde
Die deutschen Reiseveranstalter und Reisebüros haben in diesem Jahr erstmals seit langem Geschäft eingebüßt. Nach einer Hochrechnung des Deutschen Reiseverbandes (DRV) ging der Umsatz der Veranstalter um drei bis vier Prozent auf 26,3 Milliarden Euro zurück. Das bedeutet Einbußen von rund einer Milliarde Euro. Auch in den Reisebüros seien die Umsätze rückläufig. Hier spricht der DRV von einem Minus zwischen zwei und drei Prozent auf 22,9 Milliarden Euro.
Schuld an dem Minus ist laut DRV-Präsident Norbert Fiebig in erster Linie der Absturz wichtiger Ziele wie der Türkei, Ägypten und Tunesien um 40 bis 60 Prozent. Der habe eine Urlauberwanderung Richtung Westen ausgelöst, doch die anderen Destinationen hätten den Rückgang nicht kompensieren können. Deutlich im Plus lagen Spanien, Portugal, Griechenland und Bulgarien sowie Fernreisen.
Fiebig sagt allerdings auch, dass der gesamte Reisemarkt weiter gewachsen ist. Das bedeutet, von der Branche organisierte Reisen haben Marktanteile verloren. Den wichtigsten Grund hierfür sieht der DRV-Präsident in der starken Zunahme erdgebundener Reisen. Die würden aber häufig ohne Veranstalter und Reisebüros gebucht. Zunehmende Direktbuchungen auf Hotel- und Flugportalen spielten aber auch eine Rolle, räumt Fiebig ein.
Für den kommenden Winter sind die Vorzeichen nicht besser. Die Buchungen liegen bislang unter dem Vorjahresniveau.