Die sieben bislang in Berlin stationierten Flugzeuge will Ryanair an Flughäfen in anderen EU-Staaten verlagern. Die Basis am BER schließt zum 24. Oktober. Dennoch bleibt die Airline in Berlin aktiv, allerdings mit deutlich weniger Flügen.
Gestrichen werden zwölf Verbindungen, darunter die nach Bologna, Fuerteventura, Gran Canaria, Lanzarote, Marseille, Palermo, Pisa, Tallinn, Thessaloniki und Vilnius. Auch auf den verbleibenden Strecken sollen Frequenzen gestrichen werden.
Wachstum in Memmingen und Köln
Hamburg verliert im Winter fünf Prozent der früheren Ryanair-Kapazität. An anderen deutschen Flughäfen baut die Airline ihr Angebot dagegen aus: In Memmingen sollen zwölf Prozent mehr Kapazität angeboten werden, in Köln zehn Prozent mehr. Friedrichshafen und Saarbrücken werden erstmals auch im Winter bedient.
Bremen bleibt im Winterflugplan 2026/27. Nach Angaben des Flughafens konnten sich beide Seiten jedoch nicht auf neue Konditionen einigen. Nach bisherigem Stand will Ryanair Bremen im Sommer 2027 aus dem Programm nehmen.
Ryanair macht Kosten für Kürzungen verantwortlich
Die Airline begründet ihren Rückzug vor allem mit Luftverkehrsteuer, Flughafenentgelten sowie Sicherheits- und Flugsicherungskosten. Ryanair-Chef Eddie Wilson bezeichnet Berlin als größten Verlierer der Kürzungen. Nach Darstellung der Airline sind die Gebühren am BER seit 2019 um mehr als 50 Prozent gestiegen.
Ryanair fordert die Bundesregierung fast schon routinemäßig erneut auf, die Luftverkehrsteuer abzuschaffen und die Zugangskosten deutlich zu senken. Nur unter günstigeren Bedingungen wolle die Airline zusätzliche Flugzeuge, Strecken und Kapazitäten in Deutschland stationieren.
Christian Schmicke
