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3. Juni 2024 | 19:12 Uhr
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So reagiert die Branche auf die FTI-Insolvenz

In Social-Media-Gruppen wird intensiv und emotional über die Pleite des drittgrößten europäischen Veranstalters diskutiert. Dabei treten sowohl Mitgefühl gegenüber Betroffenen als auch eine Portion Zynismus hervor. Auch einige offizielle Statements liegen bereits vor.

FTI-Zentrale

Die Reaktionen auf den Absturz von FTI fallen unterschiedlich aus

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Stefan Schmidt, tourismuspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, erklärt, das Geschäftsmodell von FTI habe sich „in den letzten Jahren am Markt nicht bewährt“. Die Insolvenz sei die "traurige, wenn auch logische Konsequenz, nachdem die Verhandlungen zur Übernahme durch das Konsortium um den US-Finanzinvestor Certares gescheitert sind". Reisende seien indes durch den Deutschen Reisesicherungsfonds abgesichert, der den Reisenden die Vorauszahlungen erstatte und sich auch darum kümmere, dass gestrandete Urlauber wieder nach Hause kommen.

"Spätestens jetzt zeigt sich, dass wir aus der Pleite von Thomas Cook 2019 die richtigen Lehren gezogen und mit dem Reisesicherungsfonds ein vernünftiges Instrument geschaffen haben", erklärt Schmidt. Er sei "zuversichtlich, dass wir die Pleite besser managen werden als die letzte große Pleite in der Tourismusbranche 2019". Die Pleite sei auch eine Hiobsbotschaft für die etwa 11.000 Beschäftigen, so der Politiker weiter. Aber: Nach den letzten Krisenjahren sei die Tourismusbranche in diesem Jahr wieder zurück auf Erfolgskurs. Der Arbeits- und Fachkräftebedarf in der Tourismusbranche sei groß. Deswegen sei er "sehr optimistisch, dass die Beschäftigten mit ihrem reichen Know-How in der Branche gut unterkommen werden", unterstreicht Schmidt.

"Kurz vor den Ferien keine gute Nachricht"

Anja Karliczek, tourismuspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bunderstagsfraktion, erklärt, die Insolvenz sei "keine gute Nachricht kurz vor dem Start in die Urlaubs- und Feriensaison". Wichtig sei nun, dass für die Urlauber die bereits angezahlten Kundengelder vollständig zurückerstattet würden und der Rücktransport von in den Zielgebieten jetzt gestrandeten Urlaubern von der Tourismusbranche wie bisher in bewährter Form organisiert werde. Gerade diese Insolvenz zeige aber auch, "dass eine Pauschalreise im Gegensatz zu selbst gebuchten Einzelleistungen und selbst zusammen gestellten Reisen die sicherste Urlaubsform ist". Zudem hoffe und erwarte sie, "dass für die Mitarbeiter der FTI im Rahmen der Insolvenzverwaltung zufriedenstellende Lösungen gefunden werden können", so Karliczek.

"Schwerer Schlag für die Branche" oder "günstigster Weg"? 

Die Insolvenz von FTI und Big Xtra sei "ein schwerer Schlag für die Tourismusbranche", sagt ASR-Präsidentin Anke Budde. Rund 65.000 Kunden und mehr als 11.000 Mitarbeiter bei den betroffenen Unternehmen und deren Geschäftspartnern sähen sich mit einer "ungewissen Zukunft konfrontiert". Hervorzuheben seien auch die "erheblichen Auswirkungen auf die vielen Geschäftspartner im In- und Ausland". Die Insolvenz von FTI und Big Xtra ziehe "weitreichende Konsequenzen" nach sich, die zahlreiche Reisebüros, Hotels, Fluggesellschaften und andere Dienstleister träfen.

Gelassener sieht VUSR-Chefin Marija Linhoff, die schon länger an der Existenzfähigkeit von FTI zweifelte, die Angelegenheit. Die Mitglieder ihres Reisebüroverbandes buchten schon seit längerem nur wenige FTI-Reisen, erklärt sie. Der VUSR habe zwar nicht von Reisen mit FTI abgeraten, aber auf die Indizien hingewiesen, dass es FTI nicht gut gehe. Dass FTI nicht weiter mit Steuergeldern gerettet wird, sei richtig, so Linnhoff: "Für die Branche ist die Insolvenz der günstigste Weg."

Hoteliers sollen Ruhe bewahren

Auch in den Destinationen hat sich die Nachricht vom FTI-Aus schnell verbreitet. So erklärte der Chef der türkischen Anex Group, Neşet Koçkar, laut einem vom Fachportal FVW kolportierten Bericht der türkischen Turizm Güncel, die Hoteliers sollten nun Ruhe bewahren. Es sei "wichtig, dass die Reisenden nicht unnötig verunsichert" würden. Das türkische Tourismusministerium habe bereits erklärt, dass man es nicht tolerieren werde, wenn Hoteliers dazu übergingen, zusätzliche Gebühren oder ähnliches von FTI-Kunden zu verlangen. "Wir dürfen die Reisenden nicht vergraulen, andernfalls würden wir uns ins eigene Knie schießen", so Koçkar.

Aus manchen Kommentaren der Reisebüros ist indes auch eine gewisse Resignation abzulesen: "Oh Mann, tut mir das leid – für FTI, für unsere Kunden und auch natürlich für uns. „Wieder einmal die ganze Arbeit umsonst – alles für die Katz – wieder einmal doppelte und dreifache Arbeit und das Beruhigen unserer Kunden."

Christian Schmicke

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