So reisen die Generationen Y und Z
Junge Menschen zwischen 16 und 35 Jahren reisen zunehmend gemeinsam und investieren gezielt in Qualität. Das zeigt eine aktuelle Studie der Schörghuber Gruppe. Hotels sind die bevorzugte Unterkunft. Umweltbewusstsein ist vorhanden, stößt aber dort an Grenzen, wo Komfort und Erlebnisqualität leiden würden.
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Junge Urlauber reisen oft zu zweit
Reisen seien für junge Menschen vor allem eine soziale Erfahrung, so die Studie des Hotel-, Immobilien und Lebensmittelunternehmens, für die 2.000 in Deutschland lebende Menschen im Alter von 16 bis 35 Jahren befragt wurden. Besonders häufig verreisen sie demnach mit dem Partner oder der Partnerin, was sie von anderen Altersgruppen, mit Ausnahme der Familien mit Kindern, nicht in starkem Maße unterscheiden dürfte. Wellnessauszeiten, Fernreisen und klassische längere Urlaube würden überwiegend zu zweit unternommen, heißt es. Reisen in deutschsprachige Länder fänden vergleichsweise oft mit Freunden statt.
Zahl der Alleinreisenden sinkt
Der Trend zur gemeinsamen Reise hat sich nach Erkenntnissen der Untersuchung in den vergangenen Jahren verstärkt. Bei klassischen Erholungsreisen sei der Anteil der Alleinreisenden deutlich gesunken. Gaben 2024 noch je nach Reiseart 17 bis 24 Prozent an, allein zu reisen, waren es für 2026 nur noch zehn bis 14 Prozent. Die Studie wertet das als Hinweis auf den hohen Stellenwert sozialer Nähe für die eigene Lebensqualität.
Anders sieht es bei Bildungsreisen aus. Sie werden weiterhin deutlich häufiger allein unternommen. Lernen, persönliche Weiterentwicklung und intellektuelle Neugier seien stärker individuell geprägt und emotional anders besetzt als der klassische Erholungsurlaub, heißt es in der Studie.
Qualität vor Häufigkeit
Beim Reisen gelte für viele Befragte: lieber seltener, dafür besser. Fast die Hälfte lebe im Alltag bewusst sparsamer, um sich im Urlaub mehr leisten zu können. Ähnlich viele verreisten lieber seltener und investierten dann in einen hochwertigeren Aufenthalt.
Die Zahlungsbereitschaft sei entsprechend hoch. Knapp die Hälfte gab an, 50 bis 100 Euro pro Nacht und Person ausgeben zu wollen, mehr als 40 Prozent sogar darüber hinaus. Der Urlaub werde als "Premiumzeit" des Jahres verstanden, während der Alltag pragmatischer organisiert sei, so die Schlussfolgerung.
Hotels klar bevorzugt
Hotels sind nach Erkenntnissen der Studie bei der Generation Y und Z mit großem Abstand die beliebteste Unterkunftsform. Sie überzeugen auch die junge Klientel durch verlässlichen Service, Verpflegung und Komfort. Sauberkeit sei das wichtigste Kriterium, heißt es, gefolgt von Angeboten wie Frühstück, Zimmerservice oder Pool. Kein einzelnes Ausstattungsmerkmal sei ausschlaggebend, sondern vielmehr die Kombination aus Annehmlichkeiten und organisatorischer Entlastung.
Nur ein Viertel entscheide sich bewusst für Selbstversorgung, heißt es weiter. Für diese Gruppe stünden Flexibilität, Kostenersparnis und Privatsphäre im Vordergrund.
Nachhaltigkeit mit Grenzen
Umweltbewusstsein spiele eine Rolle, bleibt aber selektiv. Rund 40 Prozent seien bereit, für nachhaltigeres Reisen mehr zu bezahlen. Mehr als die Hälfte würde aus ökologischen Gründen auf exotische Fernreisen verzichten. Gleichzeitig lehne die Mehrheit spürbare Abstriche bei Komfort, Service oder Ausstattung ab.
Professor Klaus Hurrelmann fasst die Ergebnisse so zusammen: Reisen seien für die junge Generation ein "belohnender Ausnahmezustand", für den man spare. Ideelle Ziele würden unterstützt, ein Verzicht auf Komfort oder deutlich höhere Kosten werde jedoch nur von einer Minderheit akzeptiert.
Christian Schmicke
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