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14. Dezember 2020 | 16:10 Uhr
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Stimmung der Reisebüros auf sehr schwachem Niveau verbessert

Der Anteil der Vertreter des stationären Vertriebs, die innerhalb des nächsten halben Jahres mit besserer Nachfrage rechnen, steigt laut dem Vertriebsklimaindex der Unternehmensberatung Dr. Fried & Partner. Allerdings bewegt er sich mit 5,5 Prozent weiter auf einem extrem niedrigen Level.

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Mit Statistiken ist das so eine Sache. Ohne sachlich falsch zu liegen, kann man den Zahlen des aktuellen Vertriebsklimaindex entnehmen, dass die Zahl der Reisebüros, die in den nächsten sechs Monaten mit besserer Nachfrage rechnen, gegenüber dem Vormonat um mehr als 20 Prozent gestiegen ist. Der Anteil derer, die mit einer stabilen Nachfrage rechnen, verdoppelte sich im selben Zeitraum nahezu.

Allerdings erhöhte sich der Anteil derer, die an bessere Geschäfte im nächsten halben Jahr glauben, lediglich von 4,5 auf 5,5 Prozent. Und selbst diejenigen, die mit stabiler Nachfrage rechnen, machen nun gerade einmal 6,2 Prozent aus (November 3,8%).  

Ähnlich sieht es bei der Ertragssituation aus. Waren Anfang November 2,3 Prozent der teilnehmenden Büros der Hoffnung, dass sich ihre Erträge in den nächsten Monaten verbessern werden, so sind es nun 5,5 Prozent. Ein für sich genommen beeindruckender Zuwachs von mehr als 100 Prozent bei den Optimisten – vorausgesetzt, man ignoriert, dass weiterhin fast 95 Prozent nicht mit einer Besserung ihrer wirtschaftlichen Situation rechnen. 14,5 Prozent der 145 Teilnehmer geben an, dass sich die Ertragslage nicht verändern wird.

Insofern ist es fast müßig, über die Gründe für die Verbesserung im Stimmungsbild zu spekulieren. Hoffnungen könnte die Ausweitung der Überbrückungshilfe III keimen lassen, oder die Aussicht auf einen wirksamen Impfstoff, der bald zum Einsatz kommen könnte. Dagegen lassen das aktuelle Infektionsgeschehen und der bevorstehende "harte" Shutdown eher Zweifel an einer baldigen Besserung der Rahmenbedingungen für die Touristik aufkommen. Und auch in den wichtigsten Reiseländern kann von einer Entspannung der Lage nicht die Rede sein. Insofern spiegelt der Vertriebsklimaindex in erster Linie, dass allzu viel Optimismus kurzfristig wohl eine Angelegenheit für sonnige Gemüter bleibt.

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