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21. August 2020 | 14:24 Uhr
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Streit um Corona-Testkosten schwelt weiter

Die Phalanx derer, die die Kosten für PCR-Tests bei Rückkehrern aus Risikogebieten nicht dauerhaft auf Krankenkassen und Steuerzahler abwälzen wollen, wächst. Immer mehr Landespolitiker sind dafür, dass die Reisenden die Tests selbst bezahlen.

Corona Test Abstrich Frau Foto iStock Miroslav Mitic.jpg

Immer mehr Politiker wollen Rückkehrer aus Risikogebieten für Tests zur Kasse bitten

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Am Wochenende sprach sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet dagegen aus, dass die verpflichtenden Corona-Tests für Reisende aus Risikogebieten dauerhaft kostenlos bleiben. Solche Tests sollten "mittelfristig ähnlich wie Flughafengebühren auf den Reisepreis aufgeschlagen werden", sagte Laschet den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Am Donnerstagabend hatten unter anderem die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher dafür plädiert, dass die Testkosten mittelfristig in den Reisepreis einbezogen werden sollten. Dreyer (SPD)  und Laumann (CDU) erklärten in der "ZDF"-Talkshow "Maybrit Illner", es sei richtig gewesen, die kurzfristig für verpflichtend erklärten Tests für die Betroffenen kostenlos zu gestalten. Ein Bezahlverfahren wäre bei den Massentests schon aus Kapazitätsgründen nicht möglich gewesen, sagte Laumann.

Volksseele kocht zu Recht

Dreyer stellte allerdings auch fest, die "Volksseele“ koche zu Recht, wenn jemand bewusst in ein Risikogebiet Mallorca reise und sich bei der Rückkehr auf Kosten der Allgemeinheit testen lasse. Sie plädiere dafür, dass Rückkehrer aus solchen Regionen eine  verpflichtende Quarantäne einhalten und nach einigen Tagen einen selbst bezahlten Test vornehmen lassen müssten. Wer den Test nicht bezahlen wolle, müsse 14 Tage in Quarantäne bleiben.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher sagten dem "Spiegel", alle Risikorückkehrer müssten fünf Tage Quarantäne einhalten und dann einen Test machen. Erst wenn dieser Test negativ ausfalle, dürften sie wieder unter die Leute. "Und ich halte es für vertretbar, dass Rückkehrer künftig für den Test selbst zahlen. Wer sich dafür entscheidet, mit einem Urlaub ein besonderes Risiko einzugehen, sollte auch für die Kosten aufkommen. Es dürfen nicht diejenigen im Nachteil sein, die sich verantwortlich zeigen und auf Urlaub in Risikogebieten verzichten", fügte er hinzu.

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