Tägliche News für die Travel Industry

8. Dezember 2020 | 16:33 Uhr
Teilen
Mailen

Studie relativiert Wirksamkeit von Reisebeschränkungen

Effektiv seien Reisebeschränkungen zur Eindämmung von Infektionen vor allem zu Beginn einer Pandemie, heißt es Forscher in einer Studie im Fachjournal "The Lancet Public Health".

Anzeige
Kanada Alberta Writing-on-Stone Provincial Park Foto Michael Matt

Mitmachen und ein Alberta-Paket gewinnen!

Vorfreude auf ein Traumziel: Die kanadische Provinz Alberta und Counter vor9 verlosen coole Souvenirs aus dem Land der Bären und Gletscher. Reiseprofis müssen nur eine Frage richtig beantworten und können eines von drei Alberta-Paketen gewinnen. Infos dazu gibt's gleich hier. Reise vor9

Die Forscher kamen laut einer Meldung der "Deutschen Presse-Agentur" zu dem Schluss, dass Reisebeschränkungen wohl vor allem zu Pandemie-Beginn effektiv waren. Hätte es im Mai keine Verringerung der Reisendenströme gegeben, würden der Studie zufolge die eingeschleppten Covid-19-Fälle in 102 von 136 untersuchten Ländern mehr als zehn Prozent der Infektionen ausmachen.

Auf mittelfristige Sicht schwächte sich der Einfluss laut der Studie allerdings ab. Wenn es bis September keine Reisebeschränkungen gegeben hätte, würden eingeschleppte Fälle lediglich bei 56 von 162 Ländern mehr als zehn Prozent der Infektionsfälle ausmachen. Bei der Mehrheit von 106 Ländern machten die importierten Fälle weniger als zehn Prozent der Infektionen aus – in 21 Ländern wären es sogar weniger als ein Prozent, heißt es.

Nicht zielgerichtete Beschränkungen helfen wenig 

Dies deute darauf hin, "dass strenge, nicht zielgerichtete Reisebeschränkungen in vielen Ländern wahrscheinlich nicht gerechtfertigt sind", wird die Studie zitiert. Ausnahmen seien allerdings Länder, die entweder gute internationale Reiseverbindungen hätten oder insgesamt eine sehr geringe Inzidenz aufwiesen. Zudem könnten Beschränkungen auch in Ländern wirksam sein, die sich an der Grenze zum exponentiellen Wachstum befänden – nicht aber dort, wo sich das Virus bereits rasch ausbreite.

Die Studie ermittelte mit Hilfe von Schätzungen und mathematischen Modellen, wie sich mögliche Einschleppungen von Corona-Fällen auf nationale Pandemiegeschehen auswirkten. Dazu griffen die Wissenschaftler auf Flugdaten zu Reiseströmen aus dem Jahr 2019 zurück, als keine Beschränkungen galten. Sie verglichen die Zahl der durch Flugreisen zu erwartenden Covid-19-Fälle für zwei Szenarien in den Monaten Mai und September 2020 mit den Infektionen, die sich daraus innerhalb der Länder ergeben hätten.

Kennen Sie schon den täglichen Podcast von Reise vor9? Alles Wichtige für Reiseprofis in drei Minuten. Einfach mal reinhören:

Anzeige Reise vor9