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29. September 2020 | 13:45 Uhr
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Swiss-Chef Thomas Klühr tritt zurück

Aus privaten Gründen lege der seit 2016 amtierende CEO seine Ämter als Swiss-Chef sowie als Präsident des Verwaltungsrats der Tochter Edelweiss Air zum Jahresende nieder, heißt es in einer Mitteilung. Über die Nachfolge Klührs müsse noch entschieden werden.

Klühr Thomas

Thomas Klühr gibt den Vorstandsvorsitz bei Swiss ab

Laut Swiss-Verwaltungsratschef Reto Francioni hatte sich Klühr schon früher zurückziehen wollen. "Besonderer Dank gebührt Thomas Klühr auch dafür, dass er seinen bereits für das erste Quartal dieses Jahres geplanten Rücktritt nach Abzeichnen der Krise zurückgeschoben und die Swiss souverän durch diese schwierige Zeit manövriert hat", wird Francioni zitiert. Der Swiss-Chef habe nach Ausbruch von Covid-19 "mit großem Engagement und Geschick wesentlich dazu beigetragen, das Unternehmen finanziell und operationell zu stabilisieren".

Klührs soll nun einen Platz in der noch zu gründenden Schweizer Luftfahrtstiftung besetzen. Sie soll über die Einhaltung der Vereinbarung zwischen dem Bund und der Lufthans-Gruppe bezüglich der Entwicklung des Hubs in Zürich wachen. Eine der Auflagen der Schweiz für die Corona-Kreditgarantien an Swiss war die Gründung dieser Stiftung.

Nachfolge noch unklar

Über einen Nachfolger für den 58-Jährigen wolle der Verwaltungsrat im vierten Quartal entscheiden, heißt es. Als Favorit gilt laut dem Portal "Aerotelegraph" der Schweizer Markus Binkert. Das langjährige Vorstandsmitglied von Swiss war 2016 zum Mutterkonzern Lufthansa gegangen und im März als Finanzchef zu der Tochter zurückgekehrt. Das Schweizer Fachportal "Travel Inside" bringt zudem Thomas Frick (Chief Operating Officer) und Tamur Goudarzi Pour (Chief Commercial Officer) als mögliche Nachfolgekandidaten ins Spiel. Außerdem könnte auch, wie Klührs Vorgänger Harry Hohmeister, jemand aus der Lufthansa-Zentrale ins Rennen geschickt werden. 

Das Fachportal "Travel News" spekuliert indes, dass Klührs Abgang etwas mit seiner wiederholten Ankündigung zu tun haben könnte, mit allen Mitarbeitern durch die Krise kommen zu wollen. Diese Aussagen dürften angesichts der fortschreitenden Verschärfung des Sparkurses des Mutterunternehmens Lufthansa zur Makulatur geworden sein.

Christian Schmicke

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