TLTU setzt auf Wachstum mit Kreuzfahrt und Luxus
Die mobile TUI-Vertriebssparte TLT Urlaubsreisen will mit Kreuzfahrten, Luxusreisen und eigenen Gruppenreisen wachsen. Geschäftsführer André Repschinski (rechts) will zudem den Ausbau des Beraternetzwerks und die Expansion nach Österreich vorantreiben, Vertriebsdirektorin Ilka Lauenroth verspricht Unterstützung.
Reise vor9
Zusammen mit TUI-Vertriebs- und Franchisedirektorin Ilka Lauenroth blickte TLTU-Geschäftsführer André Repschinski bei der Jahrestagung zurück und nach vorn
Zusammen mit rund 300 angereisten mobilen Reiseprofis nutzt TLT Urlaubsreisen die Jahrestagung in Albanien, um den Kurs für weiteres Wachstum abzustecken. Repschinski stellte dabei die im Vorjahr vorgestellte Dachmarke "Reiseberatung – Powered by TUI" in den Mittelpunkt und beschrieb seine Ausbaupläne für den mobilen Vertrieb.
Die Zahlen des vergangenen Jahres liefern durchaus Rückenwind. TLTU schloss das vergangene Geschäftsjahr mit einem Umsatz von rund180 Millionen Euro ab – 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit Januar ist die mobile Reisevertriebsmarke der TUI auch in Österreich aktiv. Inzwischen gehören sechs Beraterinnen aus dem Nachbarland zum Netzwerk. Im vergangenen Jahr kamen insgesamt 77 neue mobile Reiseprofis hinzu, ohne dass es Abgänge zu anderen Reisebüroorganisationen gegeben hätte, wie der TLTU-Chef betont. Insgesamt kommt das Netzwerk heute auf gut 700 Reiseprofis.
Mit dem Label, für das die früheren Marken Take Off, Feria und Holidayprofis weichen mussten, will Repschinski seine Vertriebsorganisation klar vom Online-Markt abgrenzen. Persönliche Kompetenz, so der TLTU-Chef, finde sich in keinem Vergleichsportal. Der mobile Vertrieb solle sich künftig noch stärker über Beratung, Nähe und Spezialisierung profilieren – auch um Rückvergütern wirksam Paroli zu bieten.
Unterstützung erhielt er von TUI-Vertriebsdirektorin Lauenroth. Reiseberater seien Ideengeber, Problemlöser, Kümmerer und persönliche Ansprechpartner. Sie verkauften nicht nur über den Preis, sondern übernähmen Verantwortung. Genau darin liege der Unterschied zu Onlineportalen und Algorithmen. Der persönliche Vertrieb bleibe das Fundament einer starken und modernen TUI.
Drei Wachstumsfelder für den mobilen Vertrieb
Als strategische Schwerpunkte für die Weiterentwicklung der TLTU-Reiseprofis nannte Repschinski drei Geschäftsfelder: Kreuzfahrten, Luxusreisen und eigene Gruppenreisen. So soll der Kreuzfahrtbereich, der nach seinen Worten aktuell bereits zweistellig wächst, noch stärkeres Gewicht erhalten. Allein TUI Cruises konnte den Umsatz im TLTU-Verbund im vergangenen Jahr um 47 Prozent steigern. Unter dem Label "RB Mycruise" werden nun neue Maßnahmen gebündelt, darunter eine Cruise Academy mit Webinaren zu verschiedenen Reedereien, exklusive Schiffsbesichtigungen und Eventformate. Vorgestellt wurde auch der neue "Mein Schiff Ocean Club", ein Bonusprogramm für die 30 stärksten Vertriebspartner in dem Segment.
Darüber hinaus will TLTU den Luxusbereich forcieren. Unter "RB Myluxury" ist eine eigene Luxus-Akademie gestartet, die mobile Reiseprofis über Trends in der Sparte informieren soll. Roadshows sollen die Berater gezielt auf die Ansprüche der anspruchsvollen Kundengruppe vorbereiten.
Außerdem baut TLTU mit "RB Mytours" das Spektrum eigener exklusiv veranstalteter Gruppenreisen aus. Geplant sind im ersten Schritt drei Reisen in Zusammenarbeit mit Gebeco, perspektivisch sollen weitere Gebeco-Reisen und auch Touren mit weiteren Sortimentspartnern folgen. Erste Ziele für die Gruppenreisen sind Südafrika, das Baltikum und China. Sie warten gegenüber dem Gebeco-Katalogprogramm mit einigen Sonderleistungen wie etwa integrierter Bahnanreise in der ersten Klasse zum Flughafen und zusätzlichen Inhalten auf. Ziel sei es, sich mit besonderen Reiseerlebnissen und Zusatzleistungen klar vom Wettbewerb abzuheben und zugleich die Kundenbindung zu stärken, sagt Repschinski. Für Buchungen der Pilotreisen werden 10,5 Prozent Basisprovision gezahlt.
Buchungsrückgänge, aber kein Stillstand
Natürlich spielen auch die Auswirkungen des Iran-Kriegs bei der Tagung eine Rolle. Dieser habe den Reiseprofis jede Menge zusätzliche Beratungsarbeit beschert, berichten diese im Gespräch. Zudem sei eine gewisse Buchungszurückhaltung zu spüren. Verzweifeln müssten diese angesichts der aktuellen Lage aber nicht, versichert Repschinski. Zwar verlagerten sich Reiseströme gerade tendenziell in Richtung Westen, doch könne der bevorstehende Sommer noch ein guter werden.
Zugleich biete die praktische Hilfe der Reiseberater in schwierigen Situationen eine gute Argumentationsgrundlage im Wettbewerb gegen Online-Portale und Rückvergüter, die Kunden mit Gutscheinen köderten, um zu Werbezwecken an ihre Daten zu gelangen. "Um Geschenke handelt es sich bei den Cashback-Aktionen keineswegs", betont Repschinski. Wer sich darauf einlasse, werde anschließend pausenlos mit Werbung für Strom- oder Telefontarife oder auch Versicherungen bombardiert: "Beratung schlägt billig, Vertrauen schlägt Vergleichsportal und Kompetenz Cashback", so der TLTU-Geschäftsführer.
Christian Schmicke