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4. September 2019 | 07:00 Uhr
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Touristik ist auf die Klimadebatte schlecht vorbereitet

Das sagt eine Mehrheit der insgesamt rund 300 Touristiker selbst, die an einer Umfrage für Reise vor9 teilnahmen. Demnach glauben 62 Prozent, die Branche habe sich "eher schlecht" auf die Diskussion um Klima- und Umweltschutz sowie Menschenrechte eingestellt, fast jeder Vierte meint, die Vorbereitung sei "ganz schlecht".

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Zugleich erklärt eine überwältigende Mehrheit der Befragten, Umwelt-, Klima- und Menschenrechtsthemen seien für die Zukunft der Tourismuswirtschaft entscheidend. 73 Prozent halten es für "sehr wichtig" und weitere 24 Prozent immerhin für "wichtig".

In Kommentaren gehen die Reiseprofis durchaus hart mit dem eigenen Sektor ins Gericht. "Man hat das eigentliche Produkt aus den Augen verloren", schreibt ein Umfrageteilnehmer, der nach eigener Auskunft eine Geschäftsführerrolle im Veranstalterbereich bekleidet. "Schwerpunktfokussierung wie Multi Channel, Direktvertrieb und Controlling haben dazu beigetragen. Die Touristiker sind Controllern gewichen. Ein Touristiker sieht das Ganzheitliche, eben auch Nachhaltigkeit. Für Controller ist Nachhaltigkeit eine Soft-Komponente. Und wenn Controlling auch nicht mehr funktioniert, verkauft man eben nach China."

Es gebe bereits "Good-Practice-Beispiele innerhalb der Branche und einige Akteure, die sich intensiv mit den Themen befasst haben", schreibt ein anderer, der sich ebenfalls als Veranstalterchef ausweist. Die breite Masse der Akteure habe "dazu jedoch noch keine Konzepte entwickelt". Doch nicht alle sehen das Problem auf der Produktseite. Die Branche sei "faktisch zwar 'eher gut' aufgestellt, was die Maßnahmen anbetrifft, aber eben 'eher schlecht', was die PR dazu betrifft", erklärt ein Teilnehmer, der nach eigener Aussage eine kleinen Spezialveranstalter führt. Er ergänzt: "Das Verkehrteste, was wir tun könnten, wäre, dass Kreuzfahrt und Luftfahrt, Bahn und Veranstalter, Reisebüros und Hotellerie jeder mit einer eigenen Verteidigungskampagne kommen und wir uns innerhalb der Branche den Schwarzen Peter weiterreichen."

An der Umfrage nahmen rund 300 Tourismusprofis teil. Knapp die Hälfte davon arbeiten in Reisebüros, weitere 24 Prozent bei Veranstaltern und acht Prozent in der Hotellerie. Rund 50 Prozent der Teilnehmer sind nach eigenen Angaben Inhaber (22%), Geschäftsführer (10%) oder gehören dem Management an (18%).

Christian Schmicke

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