Touristiker haben Verständnis für Proteste
Das geht aus einer exklusiven Umfrage für Gloobi.de hervor, an der sich rund 500 Reiseprofis beteiligten. Demnach verstehen fast zwei Drittel zum Beispiel den Unmut von Bewohnern Mallorcas über den touristischen Ansturm und seine Folgen. Die Insel habe ihre Belastungsgrenze erreicht, sagen sie. Noch größer ist die Zustimmung zu Protesten, die sich gegen Sauftouristen und aggressives Verhalten von Urlaubern richten. Mehr als 70 Prozent halten diese für nachvollziehbar. Jeweils etwas weniger als die Hälfte der Teilnehmer versteht auch die Ablehnung gegenüber der Vermietung von Privatwohnungen an Touristen und ist der Meinung, dass Proteste generell in Ordnung seien, so lange sie friedlich blieben. Nur fünf Prozent finden die Proteste grundsätzlich nicht nachvollziehbar, da die Bevölkerung ihr Geld schließlich mit den Reisenden verdiene. Aus zahlreichen Kommentaren geht hervor, dass sich die Touristiker darüber im Klaren sind, dass ihre Beliebtheit nicht nur auf der beliebtesten Ferieninsel der Deutschen, sondern auch in Städten wie Barcelona, Venedig oder Rom Probleme mit sich bringt.
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Kapazitätsbegrenzungen finden die meisten in Ordnung. Dass die Reiseziele Maßnahmen gegen überfüllte Straßen und Strände in der Hauptsaison ergreifen, hält die große Mehrheit der Befragten für richtig. Etwa 80 Prozent finden eine Begrenzung von Bettenkapazitäten in Ordnung, knapp 60 Prozent haben auch nichts gegen eine Höchstgrenze für die Zahl der Mietwagen einzuwenden. Die Idee, den Zugang zu Stränden zu limitieren, findet allerdings nicht einmal jeder fünfte Umfrageteilnehmer gut. Etwas mehr als ein Viertel ist der Meinung, der Preis sei das beste Regulativ für die Besucherströme.
Damit, dass die Diskussion um zu viele Touristen in diesem Sommer sehr intensiv geführt wird, kann rund die Hälfte der befragten Reiseprofis gut leben. Die Debatte um Belastungsgrenzen sei notwendig, meinen sie. Knapp 20 Prozent halten das Thema für schädlich, weil Urlauber nicht in Gegenden reisen wollten, in denen sie sich nicht willkommen fühlten. Ebenso viele wurden bereits vereinzelt von verunsicherten Kunden mit dem Thema konfrontiert.
Christian Schmicke