Tradewind Voyages verkündete das Aus für die sommerlichen Reisen der Golden Horizon mit Platz für 272 Gäste am Montag. Auf der Website heißt es, man habe die schwierige Entscheidung treffen müssen, alle Reisen bis Oktober auszusetzen, um das Unternehmen "finanziell zu restrukturieren". Betroffene Kunden sollen ihre Anzahlungen automatisch zurückerhalten.
Bereits vor einem Monat hatte Tradewind Voyages alle Neubuchungen für das Schiff gestoppt, das als größtes Segelschiff der Welt gilt. Die DIV Group hatte Geld von der VTB Bank (Europe) SE erhalten, die ihren Sitz in Frankfurt hat und Teil der gleichnamigen russischen Bank ist. Damit sei man von den Russland-Sanktionen im Zuge des Angriffskrieges gegen die Ukraine betroffen, teilte das Unternehmen mit.
Die Golden Horizon ist erst seit kurzem auf den Weltmeeren unterwegs, und dennoch blickt das Schiff bereits auf eine bewegte Geschichte zurück. Sie sollte ursprünglich als Flying Clipper für die Reederei Star Cruises fahren; Streitigkeiten mit der Bauwerft Brodosplit in Kroatien verhinderten dies jedoch. Schließlich übernahm Tradewind Voyages als Charterer den Einsatz des Schiffes, das auf dem Vorbild der berühmten France II basiert. Der Segler bietet den Komfort eines modernen Kreuzfahrtschiffes, inklusive mehrerer Schwimmbäder, Saunen, Wassersportgeräten, Restaurants und Bars.
Christian Schmicke
