Trend zu späten Buchungen setzt sich bei Dertour fort
Die geopolitische Unsicherheit hat bei Dertour im Sommer zu späteren Buchungen geführt. Der Last-Minute-Anteil stieg um 2,5 Punkte auf 28,5 Prozent, während Frühbuchungen mit 39 Prozent die stärkste Kategorie blieben. Bei den Urlaubszielen änderte sich wenig: Türkei und Indischer Ozean führen die Rankings an.
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Viele Bundesbürger entschieden sich in diesem Sommer erst spät für ihre Urlaubsreise
Der Reisesommer begann nach Angaben des Veranstalters zunächst mit einer starken Frühbucherphase. Ende 2025 und Anfang 2026 lagen die Buchungseingänge mehrheitlich über dem Vorjahr. Nach Beginn des Iran-Krieges Ende Februar registrierte Dertour allerdings Zurückhaltung. Anfang Mai zog die Nachfrage wieder an, ab Juni folgte eine Last-Minute-Welle. Insgesamt blieb die Nachfrage unter dem hohen Vorjahresniveau.
Von den kurzfristig gebuchten Reisen mit maximal 50 Tagen Vorlauf wurden rund 60 Prozent innerhalb der letzten vier Wochen gebucht. Besonders spontan waren Alleinreisende: Bei ihnen entfielen 49 Prozent der Sommerurlaube auf Last Minute. Auch Familien buchten häufiger kurzfristig als im Vorjahr.
Türkei und Indischer Ozean bleiben vorn
Auf der Kurz- und Mittelstrecke änderte sich die Rangfolge der beliebtesten Ziele nicht. Die Türkei führt vor Spanien, Griechenland, Deutschland und Ägypten. Ägypten legte laut Dertour leicht zu, während Spanien und Deutschland Rückgänge verzeichneten. Polen und Großbritannien entwickelten sich ebenfalls positiv.
Auf der Fernstrecke blieb der Indische Ozean mit Malediven, Mauritius und Seychellen an der Spitze. Nordamerika und Thailand folgen auf den Plätzen zwei und drei. Karibik und Ostafrika rückten jeweils einen Rang vor, während die Vereinigten Arabischen Emirate infolge der Entwicklung im Nahen Osten von Platz vier auf Rang sieben zurückfielen.
Besonders dynamisch entwickelten sich nach Angaben von Dertour das Südliche Afrika, Australien, Vietnam und Japan. Der Veranstalter wertet das als Trend zu individuellen Reiseerlebnissen rund um Natur, Kultur und Kulinarik.
Kein breiter Coolcation-Trend
Die hohen Temperaturen in Europa sorgten nach Einschätzung des Unternehmens nicht für eine grundlegende Verschiebung hin zu kühleren Urlaubszielen. Einzelne nordische Destinationen entwickelten sich zwar besser als der Gesamtmarkt, der klassische Badeurlaub in warmen Regionen blieb jedoch das dominierende Motiv.
Auch beim Komfort änderten die Gäste ihr Verhalten kaum. 57 Prozent buchten All-inclusive, jede dritte Buchung entfiel auf ein Fünf-Sterne-Hotel. Die Nachfrage nach Luxusreisen blieb nahezu konstant und entwickelte sich damit stabiler als der Gesamtmarkt.
Für die Auswertung betrachtete Dertour die Buchungen der Marken Dertour, ITS, Meiers Weltreisen und Travelix Last Minute für Reisen zwischen Juni und Ende September 2026 und verglich sie mit dem Vorjahreszeitraum.
Christian Schmicke