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12. Oktober 2016 | 15:13 Uhr
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Tripadvisor verschärft Richtlinien für Wildtierattraktionen

Das Thema ist komplex. Touristische Attraktionen, bei denen Wildtiere mitwirken, sind umstritten. Immer wieder ziehen Angebote wie Schwimmen mit Delfinen, Elefantenreiten in Thailand oder Orca-Shows den Zorn von Tierschützern auf sich. Die Gründe ihrer Empörung sind sehr heterogen. Während einige Gruppen vor allem gegen schlechte Haltungsbedingungen, zum Beispiel in Delfinarien, kämpfen, wenden sich andere gegen sämtliche Veranstaltungen, bei denen wilde Tiere im Spiel sind.

Viele solcher Angebote sind in den vergangenen Jahren unter dem Druck der Tierschutzaktivisten aus den Katalogen deutscher Reiseveranstalter verschwunden. Aus deren Sicht ist das Thema ein zweischneidiges Schwert, denn mancherorts verdienten und verdienen die Zielgebietsagenturen und Reiseleitungen mit den Ausflügen ihrer Gäste in diese Parks ansehnliche Summen.

Anbieter müssen beweisen, dass sie richtlinienkonform handeln

Die Reise-Website Tripadvisor hat nun angekündigt, dass sie ihre Buchungsrichtlinien für Tierattraktionen deutlich verschärfen will. Wörtlich heißt es, man werde "den Ticketverkauf für Attraktionen einstellen, bei denen Reisende in direkten Kontakt mit wilden Tiern kommen, die in Gefangenschaft gehalten werden oder zu einer gefährdeten Art zählen". Für einige Angebote sollen die Buchungsmöglichkeiten sofort eingestellt werden. Die vollständige Änderung der Buchungsrichtlinie ist bis Anfang 2017 geplant. Außerdem will Tripadvisor eine Informationsplattform einrichten, die mit allen Tierattraktionen, die in dem Portal erscheinen, verlinkt wird. Die Inhalte des Portals sollen sich aus "Expertenmeinungen aus den Bereichen nachhaltiger Tourismus, Tier- und Artenschutz, Meereswissenschaften und Zoologie" speisen. Zu den Partnern zählen etwa der Dachverband der zoologischen Gärten und Aquarien der Welt, die Naturschutzorganisationen Global Wildlife Conservation und Think Elephants International sowie die Tierschutzorganisationen Peta und World Animal Protection. Außerdem sind der britische Reiseverband Abta sowie der pazifisch-asiatische Verbund Pata mit im Boot.

Anbieter, die Wildtierattraktionen offerieren und deshalb ausgeschlossen werden, haben laut Tripadvisor die Möglichkeit, nachzuweisen, dass sie richtlinienkonsorm handeln und werden dann wieder aufgenommen. Explizit ausgenommen von der Regelung sind etwa Streichelzoos oder Fütterungsprogramme, bei denen Touristen unter der Aufsicht des Zoos stehen.

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