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18. Januar 2022 | 12:59 Uhr
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TUI Cruises reduziert Maximalauslastung der Schiffe

Nach einer Reihe von Coronafällen an Bord und angesichts der dynamischen Ausbreitung von Omikron hat TUI Cruises die Auslastungsgrenzen kurzfristig reduziert. Bereits gebuchte Kunden wurden von einer Reise der Mein Schiff 1 ausgeschlossen. Das sorgt für Ärger bei Reisebüros und Kunden.

TUI Cruises Mein Schiff 1 Hamburg Foto TUI Cruises.jpg

Nicht alle Kunden können die am Mittwoch beginnende Reise mit der Mein Schiff 1 antreten

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Bei den Kreuzfahrtreedereien läuft es derzeit alles andere als rund. Weil die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus vor Gästen und Crews an Bord der Schiffe nicht Halt macht, werden Reisen abgebrochen und geplante Reisen kurzfristig storniert. Zuletzt musste TUI Cruises am Montag eine Karibikreise der Mein Schiff 2 abbrechen. Zuvor hatte die Reederei erklärt, dass Reisende, die auf Barbados an Bord gehen wollten, die Heimreise antreten oder gleich zu Hause bleiben müssten. Später erfolgte der komplette Reiseabbruch.

Unter dem Druck der Ereignisse verfügte die Reederei vor wenigen Tagen, dass Reisende, die sich bereits zuvor im Zielgebiet aufhielten, nicht mehr an Bord gelassen werden. Nun wird auch die maximale Gästezahl an Bord reduziert. Zu konkreten Auslastungsgrenzen äußert sich TUI Cruises nicht. Allerdings bestätigt die Reederei, dass eine Karibikreise der Mein Schiff 1, die am 19. Januar in Bremerhaven starten und am 23. Februar dort enden soll, mit reduzierter Gästezahl stattfinden muss. Deshalb dürfen nicht alle gebuchten Kunden an Bord.

"Keine gerechte Lösung"

Auf Anfrage von Reise vor9 erklärt TUI Cruises: "Die dynamische Ausbreitung von Omikron stellt für uns alle eine Herausforderung dar. Auch wenn wir seit Sommer 2020 wieder Kreuzfahrten mit einem umfassenden Gesundheitskonzept anbieten, lernen wir in der aktuellen Situation ständig dazu und passen unsere Maßnahmen entsprechend an. Vor dem Hintergrund neuester Erkenntnisse und Erfahrungen der letzten Wochen haben wir uns kurzfristig dazu entschlossen, zum Schutz von Gästen und Besatzung auf längeren Reisen wieder strengere Auslastungsgrenzen einzuführen. Da die Anzahl der Gäste der für den 19.1. geplanten Reise der Mein Schiff 1 aktuell darüber liegt, haben wir uns nach Abwägung aller Möglichkeiten dazu entschlossen, die Reise für eine kleinere Gruppe von Gästen kurzfristig zu stornieren. Wohlwissend, dass es hier keine 'gerechte' Lösung gibt, haben wir die Auswahl nach Zeitpunkt der Buchung vorgenommen. Uns ist bewusst, dass dies eine große Enttäuschung für die betreffenden Gäste ist, die sich auf die Zeit an Bord gefreut haben. Wir können an der Stelle nur um Verständnis für diese sehr kurzfristige Entscheidung bitten."

Fassungslose Kunden

Betroffene Kunden sollen im Fall einer Neubuchung zehn Prozent Preisnachlass auf den Kreuzfahrtteil erhalten – nicht viel angesichts der drastischen Maßnahme. Bei Reisebüros sorgt der kurzfristige Schritt für Kopfschütteln. Zwar hoffen sie, dass sie ihre Provision im Fall betroffener Kunden behalten dürfen. Doch diese seien fassungslos, heißt es in einer touristischen Social-Media-Gruppe. Nicht wenige hätten Urlaub genommen, bereits ihre PCR-Tests absolviert und bezahlt und säßen auf gepackten Koffern. "Das ist der absolute Tiefpunkt der Kreuzfahrt Branche!" schreibt ein Reiseprofi. Am beste wäre es, alle Kreuzfahrten bis Ende März abzusagen, meint ein anderer.

Christian Schmicke

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