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26. Mai 2026 | 13:12 Uhr
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TUI Cruises weist Kritik an Orient-Reisen zurück

Wybcke Meier (Foto) wehrt sich gegen Kritik an den Orientreisen von TUI Cruises. Der Vorwurf, das Programm sei angesichts der Sicherheitslage in der Golfregion zu riskant gewesen, treffe nicht zu, sagte die Chefin der Reederei dem Magazin Capital.

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"Leichtsinnig sind wir mit Sicherheit nicht, das weise ich entschieden zurück", sagt Meier im Gespräch mit Capital. TUI Cruises gefährde weder Passagiere noch Crew oder Schiffe. Bis zum Ausbruch des Irankriegs habe es für die Region keine Reisewarnungen gegeben.

Außenminister Johann Wadephul hatte nach Kriegsbeginn Ende Februar wenig Verständnis für Urlauber in der Region gezeigt und erklärt, es habe bereits Wochen zuvor Anzeichen für eine Eskalation des Konflikts gegeben. Die beiden TUI-Cruises-Schiffe hatten nach 50 Tagen während einer kurzen Waffenruhe aus der Straße von Hormus auslaufen können.

Keine Anzeichen vor den Angriffen

Meier verweist auf die Lageeinschätzung vor Ort. Zwei Wochen vor den Angriffen sei eine Delegation des Unternehmens in der Region gewesen. Die Eskalation sei für TUI Cruises nicht absehbar gewesen. Wären Hinweise auf eine Gefahrenlage erkennbar gewesen, hätte das Unternehmen die Routen geändert, so Meier. Schiffe hätten hier einen Vorteil gegenüber Hotels vor Ort, weil sie kurzfristig andere Häfen anlaufen könnten.

Beim Ausbruch des Irankriegs lagen Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 mit insgesamt 5.000 Passagieren und Crewmitgliedern im Persischen Golf. Die Schiffe konnten nach 50 Tagen aus der Straße von Hormus herausfahren. Mitte April öffnete sich während einer nur wenige Stunden dauernden Waffenruhe ein Zeitfenster. Es gelang den Schiffen, die Passage zu nutzen.

In der Spitzenzeit arbeiteten laut Meier 50 Mitarbeiter im Krisenteam von TUI Cruises. Passagieren und Crew sei vom ersten Tag an psychologische Betreuung angeboten worden. Am Ende seien sämtliche Passagiere auf Kosten des Unternehmens ausgeflogen worden. Neben regulären Flügen organisierte TUI Cruises eigene Charterkapazitäten. "Wir haben niemanden stehen lassen", stellt Meier klar.

Freies Geleit für die Schiffe

Für die Ausfahrt aus der Straße von Hormus blieben auf jedem Schiff nur noch 60 freiwillige Crewmitglieder an Bord. Die beiden Schiffe fuhren damit mit einer Minimumbesatzung aus dem Krisengebiet. Vor der Passage verhandelte TUI Cruises nach Angaben der Firmenchefin mit der Internationalen Maritimen Organisation und Behörden in der Golfregion. Ziel war es, aus humanitären Gründen freies Geleit für die Seeleute zu erhalten.

Als die Freigaben vorlagen, konnten die Schiffe auslaufen. "Wir sind nicht bedroht und nicht beschossen worden", sagt Meier. Für die Passage habe es einen vorgegebenen und geprüften Wasserweg gegeben. Kontakt zu iranischen Behörden habe TUI Cruises nicht gehabt. Ein Schutzzoll für die Durchfahrt sei weder gefordert noch gezahlt worden.

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