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1. September 2017 | 14:42 Uhr
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Unternehmer Utz Claasen will für Airberlin bieten

Nach dem Ausstieg von Ryanair und Hans Rudolf Wöhrl aus dem Bieterwettbewerb um die insolvente Fluggesellschaft bringt sich offenbar ein neuer Interessent in Stellung. Nach Informationen des „Spiegel“ ist der Investor und Unternehmer Utz Claasen „womöglich“ an einer Komplettübernahme interessiert. Claasen habe in einem Schreiben an Airberlin-Sachwalter Lucas Flöther versichert, er wolle "einen möglichst großen Anteil der Arbeitsplätze...gewährleisten". Dazu habe er "hochpotente und hochseriöse internationale Investoren" kontaktiert, mit denen er "freundschaftlich verbunden" sei. Um ein konkretes Angebot vorzulegen, hat Claasen noch bis zum 15 Dezember Zeit. Am 21. September will der Gläubigerausschuss von Airberlin über die Vergabe von Anteilen entscheiden.

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Der frühere Chef des baden-württembergischen Energieversorgers EnBW machte in den vergangenen Jahren eher durch Rechtsstreitigkeiten auf sich aufmerksam, etwa als er EnBW wegen Übergangs- und Antrittsgeldern verklagte oder im Zuge eines ähnlichen Streits mit dem Technologieunternehmen Solar Millennium. Außerdem stritt er sich mit dem früheren Chef des Finanzdienstleisters AWD, Carsten Maschmeyer, um Investitionen in eine kleine Medizintechnik-Firma.

Effizienzproblem und falsche Leasing-Verträge. Im Mai hatte sich Claasen in einem Beitrag für das "Manager Magazin“ zu den Gründen geäußert, die seiner Menung nach für die Dauermisere der Fluggesellschaft verantwortlich waren. Das Problem liege vor allem "im Bereich der Effektivität und im Bereich der geleasten Flugzeuge, die laut diversen Branchenexperten – aus welchen Gründen auch immer – langfristig zu Konditionen angemietet wurden, die eine angemessene Ertragskraft allem Anschein nach nicht zu erlauben scheinen“, schrieb er. Die Lösung dafür sei eine "Reduktion des ertragsstrukturellen Gewichtes solcher Leasing-Verträge: durch Expansion, Flottenwachstum zu wettbewerbsfähigen Konditionen und margenträchtige Effizienzsteigerungen“. Man darf gespannt sein, wie er diese Erkenntnisse nun umsetzen will.

Knapp zehn Prozent Zins für Überbrückungskredit. Unterdessen sollen die Konditionen für den Airberlin-Überbrückungskredit, für den die Bundesregierung bürgt, feststehen. Demnach soll die KfW-Bank dafür einen Zinssatz von knapp zehn Prozent erhalten. Der Chef der Monopolkommission, Achim Wambach, stellte im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" allerdings die Notwendigkeit des Kredits in Frage. "Es gibt jährlich rund 21.000 Insolvenzen, da werden keine Kredite vom Staat vergeben“ sagte er. Insolvenzen seien "bitter für das Unternehmen und seine Mitarbeiter, aber sie sind wichtig in unserer Wirtschaftsordnung“.

Weitere Flugausfälle. Das Flugchaos, das die vergangenen Monate prägte, ist bei Airberlin offenbar nach wie vor nicht ausgestanden. "Aus operativen Gründen“ habe man Flüge streichen müssen, teilte die Airline am Sonntag mit. "Wir bedauern die für unsere Fluggäste entstandenen Unannehmlichkeiten sehr.“ Passagiere, die von einer Flugstreichung betroffen seien, werde "die bestmögliche Reisealternative angeboten". Am Flughafen Berlin-Tegel fielen laut den online genannten Abflügen vereinzelt Verbindungen aus, etwa nach Köln/Bonn oder Stuttgart, aber nach San Francisco. Für Entschädigungsansprüche verweist das Unternehmen auf seine Website.

 

Christian Schmicke

 

 

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