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11. Mai 2020 | 07:00 Uhr
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UNWTO erwartet Reiseerleichterungen frühestens im Juli

Die Welttourismusorganisation (WTO) rechnet in diesem Jahr global mit einem drastischen Einbruch der Reisen um 60 bis 80 Prozent. Das beste Szenario geht von einer Lockerung der Reisebeschränkungen ab Anfang Juli aus, das schlechteste erst Anfang Dezember.

Strand Vogelperspektive Luftaufnahme Foto iStock Phaelnogueira.jpg

Internationale Touristen an vollen Stränden – das dürfte es so schnell nicht wieder geben

Obwohl im Januar und Februar noch weitgehend normal gereist wurde, ging der internationale Tourismus im ersten Quartal um 22 Prozent zurück. Schon das bedeute laut WTO einen wirtschaftlichen Schaden von 80 Milliarden Dollar und 67 Millionen Reisende weniger. Doch das war nur der Vorgeschmack auf den Einbruch. Gegenwärtig liegt die Zahl der internationalen Ankünfte über 90 Prozent unter dem Vorjahr.

Nach den Prognosen der WTO werden in diesem Jahr weltweit rund eine Milliarden Touristen weniger unterwegs sein. Den Export-Verlust beziffert die Organisation zwischen 900 und 1.200 Milliarden Dollar. Betroffen seien 100 bis 120 Millionen Jobs.

Erholung erst im nächsten Jahr

Wann die grenzüberschreitende Reisetätigkeit wieder anzieht, ist schwer vorhersehbar. Das hänge vor allen von den Grenzöffnungen und der Aufhebung der internationalen Reisebeschränkungen ab, so die WTO. Daher hat die UN-Organisation drei Szenarien entworfen:

  • Das günstigste Szenario geht davon aus, dass ab Anfang Juli grenzüberschreitende Reisen schrittweise wieder möglich und erleichtert werden. Das weltweite Reisevolumen könne dann bis zum Jahresende wieder 80 Prozent des Niveaus vor der Krise erreichen. Für das Gesamtjahr 2020 bedeutete dies ein Verlust von 60 Prozent.
  • Die zweite Annahme erwartet die Aufhebung der Reisebeschränkungen ab Anfang September. Dann hätte der Tourismus zum Jahreswechsel erst wieder 40 Prozent des Vor-Corona-Stands erreicht. Das Gesamtjahr 2020 läge 70 Prozent unter Vorjahr.
  • Die pessimistischste Prognose sieht die Lockerung der globale Reisebeschränkungen erst ab Anfang Dezember. Dann fehlten in der Jahresbilanz 80 Prozent der internationalen Ankünfte und man würde mit nur zehn Prozent ins neue Jahr starten.

Destinationen erwarten kein schnelles Comeback

Laut einer WTO-Umfrage unter Tourismusexperten erwarten nur 24 Prozent, dass die Erholungsphase in ihrer Destination bereits zwischen Juli und September beginnt. 34 Prozent sehen dies in den letzten drei Monaten, 39 Prozent erst im kommenden Jahr.

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