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5. August 2021 | 15:17 Uhr
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Warum Celestyal Cruises die Flotte schon wieder stilllegt

Während andere Reedereien alles daransetzen, sich dem Normalbetrieb wieder anzunähern, streicht die Reederei alle Reisen von September bis März. Der Celestyal-Chef begründet das damit, dass seine wichtigsten Quellmärkte im Winter durch Reisebeschränkungen beeinträchtigt seien. Andere Quellen spekulieren über finanzielle Schwierigkeiten der Reederei.

Celestyal Crystal Foto Celestyal Cruises

Die Celestyal Crystal wird in Winterschlaf geschickt

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Die Reisen der Celestyal Olympia und der Celestyal Crystal enden nun Ende August. Die Sommersaison 2021 habe sich "als wichtiger erster Schritt in den graduellen Wiedereinstieg in die Normalität" erwiesen, teilt die zypriotische Reederei mit. Im Herbst und Winter konzentriere man sich "üblicherweise auf die weiter entfernten Quellmärkte", die der Hauptmarkt für die kürzeren, drei- bis viernächtigen Kreuzfahrten von Celestyal Cruises seien. Wegen der aktuellen Reisebeschränkungen und ständig neuer Entwicklungen der Restriktionen in den meisten dieser Märkte, seien nur wenige Reisende bereit, in diesem Herbst und Winter zu verreisen, "insbesondere für Reisen von kürzerer Dauer". Celestyal Cruises fehlen also zum Winter die Kunden.

"Wir sind uns sicher, dass unsere Entscheidung, die Herbst- und Wintersaison 2021 zu verschieben, die Richtige ist", sagt Celestyal-CEO Chris Theophilides. Celestyal Cruises ziehe "nach wie vor einen großen Teil seiner Gäste aus einer Vielzahl globaler Quellmärkte an, die jeweils ihre eigene bevorzugte Reisezeit haben“, so der Firmenchef weiter. Deshalb zieht er nun für den Winter die Reißleine. Gäste, die davon betroffen sind, sollen eine vollständige Rückerstattung erhalten. Wer auf einen anderen Termin umbucht, erhält einen 20-prozentiger Preisnachlass auf die künftige Reise.

"Ernstere Schwierigkeiten?"

Das Schweizer Fachportal Travel News zitiert unterdessen den Berater Thomas Illes, der sich derzeit in Griechenland aufhalte und sich "mit einer Reihe von wichtigen Entscheidungsträgern der internationalen Kreuzfahrtbranche" austausche, mit der Bemerkung Celestyal befinde sich "offenbar in ernsteren Schwierigkeiten, als das Unternehmen offiziell zugestehen" wolle.

Illes spricht von "Cashflow-Engpässe in Verbindung mit Bankkrediten", die auch mit dem Kauf der Costa Neoromantica zu tun haben könnten. Der Erwerb des Schiffes, der Mitte 2020 erfolgte und das bislang als Celestyal Experience noch nicht zum Einsatz kam, sei zum falschen Zeitpunkt erfolgt, meint der Berater. Konkrete Zahlen für die von ihm diagnostizierte finanziellen Probleme nennt er gegenüber Travel News nicht.

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