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19. September 2022 | 16:58 Uhr
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Warum der MSC-Chef weiterhin eine Airline kaufen will

MSC Cruises werde auch das laufende Geschäftsjahr mit roten Zahlen abschließen – aber nicht so rot wie 2020 und 2021, sagte Präsident Pierfrancesco Vago (Foto) im Interview mit der Handelszeitung. An einer Airline-Beteiligung sei man auch nach der Abfuhr im Hinblick auf ITA weiter interessiert.

Vago Pierfrancesco

Pierfrancesco Vago will in weitere Schiffe und eine Airline investieren

2023 werde die Reederei wieder Geld verdienen, versicherte Vago gegenüber der Schweizer Handelszeitung. Sein Unternehmen, das neben der Kreuzfahrt auch in der Frachtschiffsparte unterwegs ist, sei stark genug aufgestellt, um weiter zu investieren, so der MSC-Chef.

Das gelte auch für den möglichen Einstieg bei einer Fluggesellschaft, erklärt Vago weiter. MSC hatte zusammen mit Lufthansa 80 Prozent der Anteile an ITA Airways, der Nachfolge- Airline von Alitalia übernehmen wollen, doch die italienische Regierung gab einem Konsortium aus Delta und Air France-KLM den Vorzug. Dennoch ergebe eine Erweiterung ins Airline-Ge­schäft weiterhin Sinn, sagte Vago der Handelszeitung.

"Fluggesellschaft mit globalem Netz"

Denn mit eigener Airline könne MSC Kunden einen Service bieten, der von der Tür zu Hause bis zur Kabinentür auf einem MSC-Schiff reichen würde. Das gelte auch für das Gepäck. Und für das Schwester­unternehmen MSC Shipping sei eine Airline für das Frachtgeschäft sinnvoll. "Wenn es mit ITA nicht klappt, dann könnte es mit einer an­deren Airline klappen", so Vago. Es müsse allerdings eine Fluggesellschaft mit globalem Netz sein.

Auch an den Plänen für weitere Schiffe hält Vago fest. Er denke, dass nur die wenigsten Konkurrenten finanziell über­haupt noch in der Lage seien, neue Schiffe zu ordern. Wenn MSC die Flotte vergrößere, verstärke das Unternehmen damit auch auch die Skaleneffekte und könne günstiger produzieren. Das sei wichtig, weil er damit rechne, dass aufgrund der Inflation die Budgets für Familienreisen kleiner würden, sagte der Manager der Handelszeitung und fügte hinzu: "Wenn wir in der Lage sind, günstiger zu produzieren und günstiger anzubieten, können wir die Kundinnen und Kunden halten – und neue ge­winnen."

An-Bord-Verkauf wächst

Aktuell stellt Vago nach eigenen Worten den Trend fest, dass Kunden ihre Kreuzfahrten näher bei ihrem Wohnort antreten als in der Vergangenheit und einen Teil des Geldes, das sie nicht für lange Flüge ausgeben müssten, in den Konsum an Bord stecken. In den Zeiten vor der Pandemie hätten die Extra­ausgaben an Bord rund 18 Euro pro Person und Tag betragen, jetzt seien es über 36 Euro.

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