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19. Mai 2026 | 12:34 Uhr
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Warum Trivago gegen Google klagt

Die Hotelsuchmaschine Trivago zieht gegen Google vor Gericht. Beim Landgericht Hamburg hat das Unternehmen eine kartellrechtliche Schadenersatzklage eingereicht. Der Vorwurf lautet, der Suchmaschinenriese habe seine Marktmacht bei Hotelsuchen missbraucht und den eigenen Suchdienst bevorzugt dargestellt.

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Trivago beschuldigt Google, in Suchen jahrelang den eigenen Dienst bevorzugt zu haben 

Trivago stützt die Klage auf Artikel 102 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union sowie auf deutsches Wettbewerbsrecht. Beide Regelungen verbieten den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung. Der Streitzeitraum reicht von Januar 2014 bis Dezember 2025. Die genaue Höhe des Schadenersatzes soll durch unabhängige Sachverständigengutachten ermittelt werden.

Trivago-Chef Johannes Thomas spricht von einem erheblichen Schaden. Google habe Reisende "systematisch von unabhängigen Metasuchmaschinen weg und hin zum eigenen Dienst" gelenkt, sagte er der Wirtschaftswoche (Abo).

Frühere Urteile geben Trivago Rückenwind

Trivago sieht sich durch die jüngere Rechtsprechung bestärkt. Der Europäische Gerichtshof hatte im September 2024 eine Entscheidung der EU-Kommission aus dem Jahr 2017 gegen Google bestätigt. Danach war die Bevorzugung eigener Preisvergleichsdienste rechtswidrig.

Auch Urteile des Landgerichts Berlin II spielen für Trivago eine Rolle. Im November 2025 wurde Google dort in vergleichbaren Fällen zu Schadenersatzzahlungen von 465 Millionen Euro an Idealo und rund 107 Millionen Euro an das Portal Testberichte.de verurteilt. Darauf baut nun die eigene Argumentation auf.

Zusätzlichen Rückenwind liefert der Digital Markets Act. Die EU-Kommission stellte im März 2025 vorläufig fest, dass Google gegen das Verbot der Selbstbevorzugung verstoße. Dabei ging es ausdrücklich auch um Hotels und Reisen. Die Klage könnte über den Fall Trivago hinaus Bedeutung bekommen. Bislang drehten sich große Kartellverfahren gegen Google vor allem um Shoppingdienste. Nun rückt die Reisebranche stärker in den Fokus.

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