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11. November 2021 | 13:20 Uhr
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Was macht Explora Journeys besser als andere, Herr Ungerer?

Michael Ungerer (Foto) ist CEO der Luxusmarke der MSC Group, Explora Journeys, die von 2023 an in See stechen soll. Reise vor9 sprach mit dem erfahrenen Kreuzfahrtmanager über Details der vier geplanten Superyachten und die Herausforderung, inmitten einer Pandemie eine neue Marke zu lancieren.

Ungerer Michael

Michael Ungerer war vor seinem aktuellen Engagement unter anderem Aida-Chef

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2019 hat MSC eine neue Luxusmarke, die nun Explora Journeys heißt, angekündigt. 2020 brachte Corona die Kreuzfahrt zum Stillstand. Hatten Sie irgendwann Sorge, dass das Projekt beerdigt wird?

Michael Ungerer: Nein. Wir haben nachvollziehbarerweise das Timing angepasst , aber die Familie Aponte als Eigentümerin der MSC Group ist unter anderem mit der Containerschifffahrt finanziell stark aufgestellt. Das half dem Unternehmen gut über die Coronakrise hinweg. Außerdem ist die neue Luxusmarke ein Herzensanliegen von Gianluigi Aponte und Pierfrancesco Vago.

Nun gibt es ja im Kreuzfahrtbereich schon renommierte Akteure, die im Luxussegment aktiv sind. Wie will sich Explora Journeys davon unterscheiden?

Wir hatten das Glück und die Zeit, unsere neue Luxusmarke von Grund auf neu zu denken. Und wir haben mit externer Hilfe von McKinsey und Interbrand rund 20.000 Menschen befragt, was sie sich wünschen. Nicht ganz überraschend kristallisierte sich heraus, dass Platz und Zeit als die wesentlichsten Attribute für Luxus angesehen werden. Diese Einschätzung hat die Coronakrise sogar noch verstärkt. Die Hardware muss natürlich stimmen, aber es geht um mehr. Unser Ansatz zu Luxus ist nicht funktional. Entscheidend sind Gästezentrierung und das persönliche Erlebnis.

Worin drückt sich das konkret aus?

Die technischen Daten sind ja bekannt. Wir haben 461 Suiten, die zwischen 35 und 300 Quadratmeter groß sind. Sie verfügen über Terrassen, einige haben auch einen Whirlpool. Im Innenbereich gibt es viel Platz für Rückzugsmöglichkeiten; zum Beispiel mit drei Außenpools, einen Innenpool mit verschiebbarem Glasdach und 64 Cabanas. Und wir bieten neun kulinarische Erlebnisse. Aber unser Ansatz geht noch darüber hinaus. Unsere Gäste werden an Bord Gelegenheit haben, zu sich selbst zu finden, andere Menschen zu treffen und in kleinen Gruppen bei Ausflügen mit exklusiven Führungen neue Destinationen zu entdecken. Wir wollen einen entspannten, unaufdringlichen Luxus aufs Wasser bringen.

Wie drückt sich dieses Konzept in Bereichen wie Gastronomie und Unterhaltung aus?

Kulinarische Top-Qualität ist in unserem Segment ja sozusagen eine selbstverständliche Voraussetzung. Die Restaurants an Bord unserer Schiffe werden vielfältig, klein, intim und leger sein. Es gibt keine vorgegebenen Tischzeiten, die Gäste essen, wann immer sie möchten. Auch im Hinblick auf die Unterhaltung gilt, dass wir kein großes Theater haben. Zu den Details in Sachen Entertainment möchte ich noch nicht zu viel verraten.

Wie steht es um die Routen für Ihre Schiffe?

Wir werden keine Rundreisen anbieten, bei denen man an den Ausgangsort zurückkehrt, sondern abwechslungsreiche Touren, bei denen unsere Gäste den Zu- und Ausstiegsort frei wählen können. Wir rechnen damit, dass sie im Schnitt acht bis neun Tage an Bord verbringen. Grundsätzlich wird die Reisedauer sehr flexibel wählbar sein.

Wie werden die Landgänge aussehen?

Das sagt eigentlich schon der Name Explora Journeys. Unsere Gäste können die Reiseziele in kleinen Gruppen unter fachkundiger Anleitung von Experten auf komfortable Weise entdecken. Die Größe unserer Schiffe ermöglicht es uns, neben bekannten Kreuzfahrtzielen auch neue Destinationen zu erkunden.

Machen Sie mit Ihrem neuen Produkt nicht dem hauseigenen MSC Yacht Club Konkurrenz?

Es mag dabei in der Spitze einige Überschneidungen geben, aber insgesamt unterscheiden sich die Zielgruppen und auch die Preise deutlich. Explora Journeys ist eine eigene, internationale Marke.

Welches waren in den vergangenen Monaten die größten Herausforderungen beim Aufbau des neuen Brands?

Neu war auf jeden Fall die Situation, dass wir unsere Mitarbeiter in 23 Nationen virtuell rekrutieren mussten. Aber wir haben daraus die Erkenntnis gewonnen, dass auch das funktioniert. Mittlerweile gibt es mehr echte Treffen, doch die Kommunikation über digitale Kanäle wird weiter einen großen Teil unserer Arbeit ausmachen.

Bleibt es beim Fahrplan, nach dem Ihre ersten beiden Schiffe 2023 und 2024 in Dienst gestellt werden?

Ja klar, keine Frage.

Das Interview führte Christian Schmicke

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