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5. März 2021 | 14:49 Uhr
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WHO stellt sich gegen EU-Pläne für Impfpass

Gegen den Impfpass, den die EU zur Wiederbelebung des Reisens einführen will, kommt von unerwarteter Seite Widerspruch. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat erhebliche Einwände – auch weil unsicher sei, wie lange eine Immunität aufgrund einer Impfung gegen das Coronavirus anhalte.

Impfausweis Corona

Der Regionaldirektor der WHO Europa, Hans Kluge, sagte der Tageszeitung "Die Welt", die WHO lehne die angestrebten Impfpässe ab. "Wir verstehen, dass Regierungen mit der politischen Realität konfrontiert sind", erklärte der belgische Mediziner und fügte hinzu, dass die für den Sommer angekündigte Einführung "wohl unvermeidlich" sei. "Aber es ist keine Empfehlung der WHO", fügte er hinzu.

Die EU-Kommission will am 17. März den Gesetzentwurf für einen "digitalen grünen Pass" vorlegen, der Corona-Impfungen, Covid-19-Erkrankungen und negative Tests vermerken soll. Ziel ist, einen sicheren Weg zur Aufhebung von Beschränkungen und zum Reisen in Europa zu finden. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union hatten zuvor vereinbart, die Pläne für einen digitalen Impfpass voranzutreiben. Binnen drei Monaten sollen die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, um Reisenden, die ihre Corona-Impfung absolviert haben, europaweit fälschungssicher ihre Immunisierung nachweisen können.

WHO-Experte Kluge rechnet übrigens damit, dass die Corona-Pandemie in rund zehn Monaten bewältigt sein werde. Er gehe davon aus, dass 2021 ein weiteres COVID-19-Jahr werde, 2020 sei "Terra Incognita" gewesen. Ein Jahr später wisse man viel mehr. Deshalb gehe ich davon aus, dass die Pandemie Anfang 2022 vorbei ist. Das bedeute zwar nicht, dass das Virus weg sei, doch es bedürfe dann wohl „keiner der disruptiven Interventionen mehr“.

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