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12. April 2022 | 13:28 Uhr
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Wie Riu und TUI in Westafrika Fuß fassen wollen

Die mallorquinische Hotelkette Riu hat mit dem Riu Baobab im Senegal ihr erstes Hotel in Westafrika eröffnet. Vom Herbst an sollen die TUI-Airlines für gute Fluganbindungen sorgen. Für ein zweites Haus auf einem Nachbargrundstück gibt es bereits Pläne. Und auch TUI will im Senegal aktiv werden.

Riu Baobab Senegal

Riu hat gerade das erste Hotel im Senegal eröffnet

Der Senegal hat knapp 17 Millionen Einwohner und erstreckt sich von den Ausläufern der Sahara im Norden, wo das Land an Mauretanien grenzt, bis an den Beginn des tropischen Feuchtwaldes im Süden an der Grenze zu Guinea-Bissau und Guinea. Im Westen treffen die Wellen des Atlantiks auf das westafrikanische Land.

Auf der Landkarte der deutschen Pauschaltouristik taucht der Senegal erstmals 1973 auf, als die damalige NUR Touristic dort den ersten Aldiana eröffnet. Bis 2007 betrieb Aldiana den Club, der vor allem wegen der Flugverbindungen eine wirtschaftliche Herausforderung darstellte, dann wurde er geschlossen. Als touristischer Hotspot profilierte sich der Senegal seither nicht. Am bekanntesten ist wohl noch der im Süden des Landes gelegene Club Med Kap Skirring.

Fünf Sterne und 502 Zimmer
 
Nun wagt mit Riu erneut ein touristisches Schwergewicht den Einstieg. Die Fünf-Sterne-Anlage Riu Baobab befindet sich in der Ortschaft Pointe Sarène, direkt am langen, weißen Sandstrand rund 100 Kilometer von Dakar sowie 48 Kilometer vom Flughafen entfernt. Sie verfügt über 502 Doppel- und Familienzimmer sowie 20 Swim-up-Zimmer und -Suiten mit eigenem Pool. Die Unterkünfte verteilen sich auf ein Hauptgebäude mit vier Etagen und zwei Nebengebäude. Vier Bars und fünf Restaurants versprechen All-Inclusive-Service rund um die Uhr. Im Hauptrestaurant wird am Buffet international aufgetischt, in den Themenrestaurants sorgen italienische und asiatische Küche sowie Grillspezialitäten für Abwechslung.

Europäischer und heimischer Markt angepeilt

Luis Riu, CEO der Kette, setzt große Erwartungen in das Projekt, das zum Vorreiter für weitere Investitionen in Westafrika sein soll. Schon für Ende 2022 hofft er auf eine durchschnittliche Auslastung von 70 Prozent. Bis Ende 2024 soll sie schrittweise auf etwa 90 Prozent ansteigen; dabei soll auch der lokale Markt eine wichtige Rolle spielen.

Für deutsche und britische Urlauber sollen die ersten Charterflüge ab November nach Dakar starten. Die deutsche Tuifly plant laut Firmenchef Oliver Lackmann, die Verbindung zusammen mit den Kapverden anzubieten, wo Riu bereits mit sechs Anlagen Flagge zeigt. Bereits vom Sommer an sollen Charter- und Linienflüge aus den Niederlanden, Belgien, Spanien, der Tschechischen Republik, Portugal, Luxemburg und der Slowakei die Betten des neuen Riu Baobab füllen.

Vorbild Kapverden

Die Kapverdischen Inseln, wo Riu gemeinsam mit TUI eine Vorreiterrolle spielte, könnten für die Entwicklung im Senegal zu einer Art Starthelfer und Blaupause werden. Weil eine Hotelanlage zu wenig ist, um Charterflugzeuge zu füllen, bedient Tuifly mit den neuen, reichweitenstarken Boeing 737 Max jeweils eine Kapverden-Insel und Dakar zunächst im Dreieck. Zugleich schmiedet auch Riu schon weitere Pläne: Wenn das Riu Baobab die Erwartungen erfülle, werde der nächste Schritt der Bau eines Riu Palace auf dem angrenzenden Grundstück sein, das bereits im Besitz der spanischen Hotelkette ist, sagt CEO Luis Riu.

Eigene Pläne für TUI Blue

Auch bei TUI soll der Senegal im Zuge des geplanten Ausbaus der Hotelmarke TUI Blue eine Rolle spielen. Erik Friemuth, der beim Konzern das Marketing der eigenen Hotelmarken leitet, kündigte jedenfalls jüngst an, dass er bei der geplanten Verdreifachung des Portfolios über Franchise- und Managementverträge auch Projekte im Senegal im Auge habe.

Bei Riu ist man unterdessen noch damit beschäftigt, den Neubau in einen stabilen Betrieb zu bringen.
Damit von Beginn an ein hoher Servicestandard sichergestellt werden könne, hätten 50 erfahrene Riu-Mitarbeiter von den Kapverdischen Inseln Management- und Führungspositionen im neuen Hotel übernommen, berichtet Luis Riu. Sie seien für die Ausbildung des Teams verantwortlich, das bei voller Belegung 500 Mitarbeiter – vorwiegend aus dem Senegal – umfassen soll. Mit dem Riu Baobab führt die Kette insgesamt 15 Hotels in Afrika: sechs in Marokko, zwei in Tansania und sechs auf den Kapverden.

Christian Schmicke

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