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20. Juli 2026 | 11:55 Uhr
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Wie sich LMX mit neuem Investor für die Zukunft rüstet

LMX-Vertriebschef Mario Krug (Foto) sieht das Sommergeschäft trotz eines Buchungslochs wieder leicht über Vorjahr. Die zur Gruppe gehörende Marke Suntrips solle weiter wachsen, sagt er im Reise vor9 Podcast. Zugleich rücken mit dem Einstieg der Beteiligungsgesellschaft Auctus Capital Partners Zukäufe in den Mittelpunkt des Interesses.

Krug Mario

Mario Krug ist trotz zahlreicher Krisen für die laufende Sommersaison zuversichtlich

Zwei neue LMX-Produkte sind seit Mitte April in den Buchungssystemen. Öffentlich vorgestellt hat der Veranstalter sie erst kürzlich nach einer technischen Testphase. LMX Smart kombiniert preisbewusste Hotelangebote mit günstigen Flügen. Im Fokus stehen klassische Pauschalreiseziele wie die Türkei, Ägypten, Spanien, Griechenland, Kroatien und Bulgarien. LMX Option basiert auf demselben dynamischen Produktionsmodell. Buchbare Angebote lassen sich in dieser Variante allerdings drei Tage lang optionieren – auch dann, wenn Linienflüge oder Flüge mit Low-Cost-Carriern Teil des Pakets sind. Das sei in der dynamischen Produktion bislang ungewöhnlich, sagt Vertriebschef Krug im Reise-vor9-Podcast.

Krug begründet die neuen Produkte mit stark gestiegenen Reisepreisen. Vor allem Familien könnten oder wollten sich manche Urlaubsreisen nicht mehr leisten. LMX Smart solle Reisebüros deshalb ein günstigeres Angebot für preissensible Kunden liefern. Die wachsende Zahl der Marken könne am Counter allerdings für Verwirrung sorgen, räumt er ein. LMX erkläre die Unterschiede deshalb in seinem Agenturportal. Perspektivisch könne das Unternehmen sein Markenportfolio auch wieder straffen.

Buchungsloch noch nicht aufgeholt

Die Eskalation des Nahostkonflikts sorgte im März, April und Mai auch bei dem Unternehmen mit Hauptsitz in Leipzig für ein Buchungsloch. Inzwischen habe das kurzfristige Sommergeschäft wieder angezogen, sagt Krug. Die aktuellen Buchungseingänge lägen knapp über dem Vorjahr. Wie das Geschäftsjahr dort ende, sei wegen der volatilen Lage aber offen.

Neben geopolitischen Krisen belasteten hohe Energiepreise und wirtschaftliche Sorgen die Nachfrage. Reisebüros müssten mehr Überzeugungsarbeit leisten und verunsicherten Kunden Sicherheit geben. Krug fasst die Lage so zusammen: "Eine Art Krise ist irgendwie der neue Normalzustand."

Nachfrage wandert nach Westen

Im LMX-Portfolio hätten westeuropäische Ziele deutlich zugelegt, so der LMX-Vertriebschef. Die Türkei, Ägypten und teilweise Zypern litten dagegen unter der Nähe zum Konfliktgebiet. Zuletzt habe die Nachfrage nach Ägypten und in die Türkei indes wieder angezogen.

Auf der Fernstrecke seien vor allem Reisen von der Krise betroffen, die über die Golfstaaten führten. Gefragter als zuvor seien Direktverbindungen nach Thailand sowie Ziele in der Karibik, darunter die Dominikanische Republik.

Die Verschiebungen erhöhen zugleich den operativen Aufwand. Stornierungen, geänderte Flugpläne, zusammengelegte Verbindungen und später öffnende Hotels erfordern Umbuchungen und Ersatzangebote. Besonders die Mitarbeiter in den Servicecentern seien dadurch stark belastet worden, berichtet Krug.

LMX bleibt B2B-Marke

LMX versteht sich laut Krug weiterhin als Partner des Reisevertriebs. Einen Ausbau des Direktgeschäfts plane die Gruppe nicht, sagt der Vertriebschef. Reisebüros sollen mit günstigen Preisen und verlässlicher Abwicklung überzeugt werden. Nach dem Weggang des langjährigen Suntrips-Managers Alexander Sieland hat Krug den vertrieblichen Auftritt von Suntrips zusätzlich übernommen. Operative Aufgaben würden nun stärker aus Leipzig gesteuert, so Krug.

Der Einstieg des neuen Investors Auctus Capital Partners soll die Grundlage für eine weitere Expansion schaffen. Die neu gegründete Mondiani Group, deren Kern LMX bildet, soll als Plattform für weitere Übernahmen dienen. Neben organischem Wachstum suchen Auctus und LMX nach eigenem Bekunden europaweit nach Beteiligungen. Infrage kämen weitere Veranstalter, Technikanbieter, Online-Reiseportale und auch stationäre Reisebüros, heißt es aus dem Unternehmen.

Christian Schmicke

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