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4. September 2020 | 13:29 Uhr
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Zahlungsmoral in der Touristik verschlechtert sich deutlich

Das stellt die Wirtschaftsauskunftei Creditreform fest. Demnach überschreiten etwa Reisebüros ihre Zahlungsziele derzeit um rund 30 Tage, während es vor Beginn der Corona-Pandemie bis zur Zahlung noch halb so lange gedauert habe. Auch im Veranstaltungsbereich verdoppelte sich die Dauer der Fristüberschreitung.

Geld Euroscheine iStock Delpixart

Die Not der Corona-Krise verschlechtert die Zahlungsmoral in der Touristik

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„Das ist eklatant“, zitiert die "FAZ" den Creditreform-Hauptgeschäftsführer Volker Ulbricht. Normalerweise verlängere oder verkürze sich das Zahlungsverhalten einer Branche in einem Jahr höchstens um zwei Tage. Die nachlassende Zahlungsmoral in einigen Sparten gehe mit einer historisch niedrigen Zahl an Insolvenzen in der Gesamtwirtschaft einher, stellt die Auskunftei fest. Doch das werde sich im letzten Quartal des laufenden Jahres deutlich ändern.

Ursache für die geringe Zahl an Insolvenzen ist das jüngst nun bis Ende dieses Jahres verlängerte Insolvenzaussetzungsgesetz hatte überschuldete und zahlungsunfähige Unternehmen davon befreit, einen Insolvenzantrag zu stellen. Die verlängerte Befreiung bis zum Jahresende gilt allerdings nur, wenn ein Unternehmen überschuldet ist – und nicht, wenn es zahlungsunfähig ist, also innerhalb von drei Wochen mehr als 10 Prozent seiner Fälligkeiten nicht bezahlen kann.

Mehr als neun von zehn Insolvenzen fielen aber unter genau diesen Insolvenzgrund, heißt es von Creditreform. Deshalb gehe man von einem Anstieg der Pleiten schon im vierten Quartal aus. Das sei zwar für die betroffenen Unternehmen dramatisch, aber letztlich positiv zu werten, da zahlungsunfähige Firmen die wirtschaftliche Gesundheit von Geschäftspartnern und Lieferanten gefährdeten, findet Ulbricht. Überschuldete Unternehmen stellten zwar auch ein Risiko dar, seien aber noch ausreichend liquide und würden daher ihre Geschäftspartner nicht unmittelbar durch nicht bezahlte Rechnungen mit in die Krise reißen.

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