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14. Januar 2026 | 15:27 Uhr
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Apple holt Gemini in Siri und rückt näher an die Buchung

Apple will Googles Gemini-Modelle in Apple Intelligence einbinden und Siri damit aufrüsten. Für die Reisebranche rückt Google laut dem US-Fachportal Skift näher an mögliche Buchungen, noch bevor Nutzer Browser oder Apps öffnen. Entscheidend bleibe, ob Siri nur Informationen zusammenfasse oder als Agent Buchungen anstoße.

Künstliche Intelligenz

Apple integriert die Google-KI Gemini in Siri

Der Deal zwischen Apple und Google ist für Skift vor allem ein Signal: Apple räume damit ein, dass Siri für den Wettbewerb eine professionellere KI brauche. Für die Reiseindustrie markiere die Partnerschaft die nächste Phase von Googles Expansion über die klassische Suche hinaus. Gemini sitze künftig näher an der Reiseabsicht – im iPhone-Kern und damit potenziell vor dem ersten Klick auf eine Website oder App.

Skift skizziert das an einem Alltagsbeispiel: Aus einem Gespräch über einen Inselurlaub könnte direkt eine Anfrage an Siri werden, statt zwischen Portalen, Airline-Seiten und Apps zu wechseln. Die Größenordnung wäre erheblich: Apple beziffert Siri-Anfragen auf rund 1,5 Milliarden pro Tag, bei mehr als zwei Milliarden aktiven Geräten weltweit.

Nutzen statt Intelligenz als offene Frage

Der Knackpunkt ist laut Skift nicht, wie klug Siri mit Gemini wird, sondern wie nützlich. Unklar bleibe, welche Teile von Googles KI in Siri sichtbar werden, heißt es weiter. Die aktuelle Chat-GPT-Integration in Siri diene dem Generieren von Antworten, nicht dem Ausführen von Aktionen.

Nach Informationen des Nachrichtenportals Bloomberg soll Gemini in Siri vor allem Planungs- und Zusammenfassungsaufgaben unterstützen. Das würde eher auf ein System hindeuten, das Informationen synthetisiert, statt Transaktionen auszuführen – ähnlich den von Apple gezeigten Beispielen, etwa Flugdaten aus Mails zu ziehen oder Reservierungen aus Nachrichten und Kalendern mit Erlaubnis des Nutzers anzuzeigen.

Zwei Szenarien für Reiseanbieter

Skift beschreibt zwei mögliche Entwicklungsrichtungen. Im ersten Szenario agiert Siri als Inspirations- und Recherchewerkzeug. Dann fasst der Assistent Hotelbewertungen zusammen, beantwortet Zielfragen oder ruft bestätigte Reisepläne aus dem Postfach ab. Buchungen würden weiterhin in Apps oder auf Websites stattfinden. Reiseanbieter behielten damit tendenziell die Kundenbeziehung und Buchungsdaten.

Im zweiten Szenario wächst Siri zum Reise-Orchestrator. Der Assistent würde dann Live-Inventar abrufen, Präferenzen merken, Formulare ausfüllen, Loyalty-Nummern anwenden und Checkout-Prozesse navigieren – möglicherweise bis zur Buchung. Das könnte iOS-Traffic für Reiseunternehmen erodieren, von großen OTAs bis zu Airlines und Hoteliers. Skift hält es für denkbar, dass Nutzer nicht mehr zu Expedia oder Delta klicken, wenn Siri Preise, Konditionen und Verfügbarkeiten beantworten kann, auch wenn die Transaktion nicht im Assistenten endet. Als Vorbild nennt das Portal die Entwicklung bei Google mit AI Overviews und AI Mode, die Website-Besuche bereits unter Druck setzten.

Christian Schmicke

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