Marktforschung: Was vom Urlaub übrig bleibt
Die Schweizer Lufthansa-Tochter Swiss hat die Marktforschungsgesellschaft GfK ermitteln lassen, wie sich Urlaubserlebnisse von anderen Erinnerungen unterscheiden und wie sie die Menschen beeinflussen. Außerdem ließ sie dazu den Neuropsychologen Lutz Jäncke zu Wort kommen. Die Ergebnisse bestätigen weitgehend, was Touristiker immer wieder propagieren. Urlaubs- und Reiseeindrücke bleiben tiefer im Gedächtnis haften als die Dinge des täglichen Alltagslebens.
Fast 85 Prozent der Deutschen wünschen sich nach Erkenntnissen der Umfrage, an der jeweils rund 1.000 Personen in Deutschland, Großbritannien, Italien, der Schweiz und den USA teilnahmen, einen besonders glücklichen Reisemoment noch einmal erleben zu können. Die Erinnerungen an ihre Reisen sind offenbar vor allem den Deutschen besonders teuer: 44,5 Prozent der Befragten würden ihre Urlaubsfotos für kein Geld der Welt unwiederbringlich löschen. Dabei ist die Hauptmotivation für die Aufnahme vieler Fotos auf Reisen erstaunlich: 56,5 Prozent der Deutschen halten ihre Reiseerinnerungen per Handy oder Kamera fest, weil sie Angst haben, sie andernfalls wieder zu vergessen – und vertrauen ihrem Smartphone damit mehr als ihrem Gedächtnis.
Sorgenfreiheit steigert Aufnahmefähigkeit
Begründet sei die Skepsis gegenüber dem eigenen Erinnerungsvermögen aber nicht, sagt Jäncke dazu: "Unsere Reiseerinnerungen nehmen einen ganz besonderen Platz in unserem Gedächtnis ein. Sie bleiben uns oft ein Leben lang erhalten. Der Grund dafür ist, dass Urlaubserlebnisse häufig von ausgesprochen positiven Emotionen begleitet werden und sich deshalb besonders intensiv in unser Gedächtnis einprägen. Frei von den kleinen und großen Sorgen des Alltags nehmen wir auf Reisen zudem besonders viele Details auf – sie bilden letztlich die Bausteine unserer Erinnerung."
Manche Reisen verändern das Leben
70 Prozent der befragten Deutschen gaben an, dass es insbesondere Bilder sind, die ihnen nach ihren Reisen in Erinnerung bleiben. Aber auch Begegnungen mit Menschen bleiben den deutschen Urlaubern lange im Gedächtnis (44,1%), genauso wie das Essen (39,3%) oder die Gerüche vor Ort (20,5%). Und obwohl Wahrzeichen oft als Hauptmotivation einer Reise gelten, sind es nicht die Touristenattraktionen, an die die intensivsten Reiseerinnerungen geknüpft sind (25,7%), sondern vor allem beeindruckende Landschaften und die Schönheit der Natur (70,6%).
Knapp 45 Prozent der befragten Deutschen geben sogar an, dass sie schon einmal eine Reise gemacht haben, die sie verändert hat: Rund 20 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer legten sich nach einer Reise ein neues Hobby zu. Und gut 14 Prozent gingen nach ihrer Reise eine neue Beziehung ein.