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Reiselust bleibt hoch, doch der Preisdruck wächst

Die deutsche Reiselust ist ungebrochen, wie eine repräsentative Umfrage des Nürnberger Instituts für Marktentscheidungen (NIM) zeigt. Rund 80 Prozent der Deutschen haben in diesem Jahr bereits Urlaub gemacht oder planen ihn noch. Dabei ist für zwei Drittel der Preis der entscheidende Faktor bei der Wahl des Urlaubsziels, so die Marktforscher.

Urlaub bleibt für die meisten Menschen in Deutschland ein fest eingeplanter Teil des Jahres. Bereits absolvierte und bereits geplante Reisen summieren sich im Durchschnitt auf rund 15 Urlaubstage. Die Haushalte geben dafür laut Nürnberger Institut für Marktentscheidungen durchschnittlich etwa 3.500 Euro aus.

Wie oft und wie lange gereist wird, hängt allerdings stark vom Einkommen und der Lebenssituation ab. Im Schnitt unternehmen die Befragten drei bis vier Reisen pro Jahr. Jüngere reisen häufiger, dafür kürzer, ältere Menschen seltener.

Einkommen entscheidet über Reisedauer

Besonders deutlich fällt der Unterschied zwischen den Einkommensgruppen aus. Haushalte mit mehr als 5.000 Euro Monatseinkommen kommen im Durchschnitt auf 21 bereits genommene oder noch geplante Urlaubstage. Bei Einkommen zwischen 1.000 und 2.000 Euro sind es nur acht Tage. Auch Haushalte mit Kindern reisen häufiger und länger.

Trotz steigender Kosten überwiegt insgesamt der Wunsch, sich im Urlaub etwas zu gönnen. Gleichzeitig beeinflussen höhere Reisepreise bei 36 Prozent das Reiseverhalten, heißt es vom NIM. Weitere Faktoren, die das Reiseverhalten prägen, sind für jeden Vierten sowohl die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit als auch die militärische Eskalation im Nahen Osten (24%). Hinzu kommen Streiks, geopolitische Risiken und mögliche Folgen des Klimawandels.

Deutschland bleibt wichtigstes Urlaubsziel

Mit 55 Prozent ist Deutschland das meistgenannte Reiseziel. Italien und Spanien folgen mit jeweils 16 Prozent, Österreich mit 15 Prozent. Frankreich und Griechenland kommen bei der Umfrage auf jeweils rund zehn Prozent. Die Türkei kommt als häufigstes Ziel außerhalb der EU auf sieben Prozent.

Auto schlägt Flugzeug und Bahn bei Transportmitteln

Das Auto dominiert mit 63 Prozent bei der Anreise, 44 Prozent nutzen das Flugzeug. Rund ein Viertel fährt mit der Bahn, bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 33 Prozent.

Bei der Wahl des Urlaubsziels steht der Preis für 59 Prozent an erster Stelle der wichtigsten Kriterien. Dahinter folgen Entspannung und Ruhe mit 52 Prozent sowie Landschaft und Natur mit 46 Prozent. Ältere Reisende achten stärker auf Erreichbarkeit und Sicherheit, jüngere häufiger auf Strände und Städte.

KI gewinnt bei jüngeren Reisenden an Bedeutung

Für die Urlaubsplanung bleiben laut NIM Suchmaschinen und Buchungsportale die meistgenutzten Informationsquellen. 14 Prozent der Befragten greifen bereits auf KI-Chatbots zurück. Vor allem jüngere Menschen nutzen KI und Social Media überdurchschnittlich häufig. Ältere informieren sich dagegen häufiger im Reisebüro oder direkt bei Hotels und Reiseveranstaltern.

Die Marktforscher schlussfolgern aus der Befragung klare Anforderungen an die touristischen Player. Entscheidend seien ein nachvollziehbares Preis-Leistungs-Verhältnis, verlässliche Informationen und flexible Planung. Die Ergebnisse sprächen zudem dafür, Angebote stärker nach Zielgruppen auszurichten, da sich Familien, jüngere und ältere Reisende sowie verschiedene Einkommensgruppen bei Reisedauer, Informationsverhalten und Entscheidungskriterien deutlich unterscheiden.

Grundlage der Auswertung ist eine repräsentative Befragung von 1.000 Personen in Deutschland im Juli 2026.