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14. September 2026 | 14:49 Uhr
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Tourismusverbände warnen vor Folgen der Sachsen-Anhalt-Wahl

Nach dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt meldet sich das Aktionsbündnis Tourismusvielfalt zu Wort. Angesichts von 43,8 Prozent für die AfD fordert es von den demokratischen Parteien mehr Problemlösung bei Wirtschaft, Infrastruktur, Bürokratie und Einwanderung. Zugleich warnen die Initiatoren davor, Weltoffenheit und Zuwanderung infrage zu stellen.

Vielfalt

Weltoffenheit und Zuwanderung zählen nach Auffassung des Aktionsbündnisses Tourismusvielfalt zu Kernelementen der Touristik

Das Aktionsbündnis beschreibt das Wahlergebnis als Einschnitt, will die Ursachen aber nicht allein mit Empörung beantworten. Soziale Sicherheit, Wirtschaft und Arbeitsplätze, Migration, innere Sicherheit sowie die Frage nach Frieden in Europa hätten die Wahlentscheidung geprägt. Die zugrunde liegenden Sorgen seien real und müssten ernst genommen werden.

Deutschland hat nach Einschätzung des Bündnisses durchaus strukturelle Probleme. Genannt werden hohe Kosten, Fachkräftemangel, Bürokratie sowie Defizite bei Infrastruktur und Digitalisierung. Gleichzeitig warnen die Autoren davor, daraus ein allgemeines Niedergangsszenario abzuleiten. Politische Vorschläge müssten vielmehr daran gemessen werden, ob sie umsetzbar seien, was sie kosteten und welche Folgen sie für Arbeitsplätze, Unternehmen und Investitionen hätten.

Mehr sichtbare Ergebnisse gefordert

Von den demokratischen Parteien verlangt das Bündnis vor allem konkrete Ergebnisse. Versprochener Bürokratieabbau müsse spürbar werden, Infrastrukturprojekte müssten vorankommen und Unternehmen verlässliche Bedingungen für Investitionen erhalten. Auch bei Einwanderung und Asyl fordert die Stellungnahme nachvollziehbare Regeln und deren Durchsetzung.

Zugleich betonen die Akteure die Bedeutung von Rechtsstaatlichkeit, Menschenwürde und gleichen Rechten. Kritik an Einwanderungs- und Asylpolitik sei legitim. Die pauschale Abwertung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder das Absprechen gesellschaftlicher Zugehörigkeit gehe jedoch darüber hinaus.

Tourismus verweist auf Fachkräftebedarf

Dass sich die Tourismuswirtschaft in die Debatte einschaltet, begründet das Bündnis auch wirtschaftlich. Die Branche sei auf Frieden, Sicherheit, funktionierende Infrastruktur, wettbewerbsfähige Unternehmen und ausreichend Arbeits- und Fachkräfte angewiesen.

Als Beispiel nennt das Bündnis den Landkreis Harz. Dort sei die Zahl deutscher Beschäftigter im Gastgewerbe zwischen 2019 und 2025 um 20,4 Prozent gesunken, während die Zahl ausländischer Beschäftigter um 90,7 Prozent gestiegen sei. Nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit wären viele Unternehmen ohne Beschäftigte und Auszubildende aus dem Ausland nicht mehr handlungsfähig.

Unterzeichnet wird die Stellungnahme unter anderem vom Mittelstandsverband ASR, dem Bundesforum Kinder- und Jugendreisen, dem Bundesverband der Campingwirtschaft, der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt, dem Forum anders reisen, dem Reisenetz, dem Schulfahrtenverband, dem Digitalverband VIR und den Paketreiseveranstalterverband VPR.

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