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8. September 2021 | 07:00 Uhr
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Pandemie bringt Digitalisierung bei Aktivitäten in Schwung

Attraktionen, Anbieter von Ausflügen, Events und Aktivitäten seien durch die Pandemie gezwungen, ihre Angebote digital verfügbar und buchbar zu machen, weiß Matthias Wirz (Foto), der beim IT-Spezialisten Bookingkit das strategische Marketing verantwortet. Auch der Ausstieg von Google aus dem Direktbuchungsgeschäft bringe für die Anbieter neue Herausforderungen.

Wirz Matthias

Matthias Wirz ist Chief Growth Officer bei Bookingkit

Ob Zoo, Museum oder Anbieter von Kochkursen – wer Anfang 2020 noch kein digitales Angebot hatte, musste im Zuge der Coronapandemie nachziehen. Das sagt Matthias Wirz, der bei Bookingkit das strategische Wachstum steuert und die Angebote im Aktivitätensegment mit großen Playern wie Expedia, Google, Get Your Guide, Ctrip oder Amadeus verknüpft.

Tickets müssten heute schon deshalb digital verfügbar sein, weil nur so eine vernünftige Kapazitäts- und Auslastungssteuerung möglich sei. Auch sollten lange Schlangen vor Kassenhäuschen gerade in Pandemiezeiten Vergangenheit sein, unterstreicht der Manager. So gesehen kann sich sein Arbeitgeber getrost zu den Gewinnern der Coronakrise zählen, auch wenn bei der Kundschaft das Geld in den vergangenen Wochen nicht locker saß.

Anbieter erkennen Notwendigkeit digitaler Angebote

"Unser Vergütungsmodell ist überwiegend transaktionsbasiert", sagt Wirz. Das bedeutet, dass Bookingkit vor allem dann Geld verdient, wenn gebucht wird. In der Krise ist das Fluch und Segen zugleich. Einerseits kam kein Geld in die Kasse, weil bei der Kundschaft lange Zeit nichts ging. Andererseits hätten sich so viele Neukunden von der Notwendigkeit gut verfügbarer digitaler Angebote überzeugen lassen, erklärt der Experte.

Neben der Digitalisierung rücke Corona auch neue Arten von Aktivitäten stärker in den Vordergrund, so Wirz. So seien Angebot und Nachfrage nach Natur- und Outdoor-Erlebnissen gewachsen. Er gehe davon aus, dass dieser Trend auch nach dem Ende der Pandemie nicht abreißt.

Google-Rückzug bringt mehr Eigenverantwortung

Dass der Suchmaschinengigant Google sich vom Geschäft mit der Buchung von Aktivitäten vorerst verabschiedet hat, verstärkt aus Sicht des Bookingkit-Managers die Notwendigkeit für die Anbieter von Aktivitäten, ihre Websites und Buchungsstrecken auf Vordermann zu bringen. Wer in der organischen Google-Suche vorne mitmischen wolle, müsse den eigenen Auftritt optimieren, sagt Wirz. Das steigere, im Optimalfall im Zusammenspiel mit Investitionen ins Google-Marketing, die Sichtbarkeit deutlich.

Welche Strategie der Internetriese nun mittel- und langfristig verfolge, wisse er auch noch nicht, erklärt er. Denkbar ist wohl, dass Google den Werbeeinnahmen wieder Vorrang gibt und die Kundschaft nicht durch eigenes Fischen im Buchungsteich verschrecken will. Jedenfalls gebe es bei Google im Bereich Aktivitäten derzeit kein buchungsbasiertes Geschäftsmodell. Google investiere zwar weiter in die Sparte Aktivitäten, überlasse aber die Abwicklung der Buchung den Plattformen und Buchungssystemen wie Bookingkit.

Christian Schmicke   

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