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26. Oktober 2020 | 07:00 Uhr
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Die größten Denkfehler über Kanada

Es gibt ein paar Vorurteile über Kanada, und die halten sich hartnäckig. Das Land sei kalt, zu weit weg, es gebe „nur“ Natur und es lasse sich in einem einzigen Urlaub entdecken. Barbara Ackermann, Chefin von Destination Canada in Deutschland, will mit diesen Denkfehlern auch in Reisebüros aufräumen.

Kanada Prince Edward IslandNationalpark Strand Foto Destination Canada

In Kanada ist es nicht nur kalt: Im Sommer locken das Meer und schöne Strände wie hier im Prince Edward Island Nationalpark

Vorurteil 1: Kanada ist kalt. Das ist natürlich nicht falsch. In der Arktis würden sich Eisbären sonst nicht wohlfühlen. Tatsächlich aber schwanken die Temperaturen von minus 35 Grad im Winter ganz im Norden bis zu plus 45 Grad im Sommer im Süden. „Von Mai bis Oktober kann man also wunderbar warmes Wetter haben“, sagt Ackermann. „Es kommt immer darauf an, wann man fährt und wohin es geht.“ Der Blick auf einen Globus zeigt schnell, warum und wo es in Kanada schöne warme Sommer gibt. Toronto etwa liegt auf demselben Breitengrad wie Florenz in Italien, Vancouver in etwa auf der Höhe von München.

Vorurteil 2: Kanada ist zu weit weg. Auch hier zählt das Ziel in Kanada. Der Condor-Direktflug von Frankfurt nach Halifax an der Atlantikküste dauert nur siebeneinhalb Stunden. Air Canada fliegt in acht Stunden nach Montreal. Whitehorse im Yukon erreicht man in neuneinhalb Stunden. Im Gegensatz zu anderen Fernzielen ist Kanada mit vielen Nonstop-Flügen ab Deutschland deutlich schneller erreichbar wie etwa Thailand, Südafrika oder Lateinamerika, wohin man mindestens zwölf Stunden unterwegs ist. Im Vergleich dazu sei Kanada „schon fast ein Mittelstrecken-Ziel“, witzelt Ackermann.

Vorurteil 3: In Kanada gibt’s "nur" Natur. Klar seien die unberührten Landschaften und die Tierwelt wesentliche Highlight, warum Touristen Kanada besuchten. „Eine Reise ins Abenteuerland Kanada ist aber viel mehr, Inspiration und Well-Being statt bloß Sightseeing“, schwärmt Ackermann. „Es geht um Begegnungen und Erlebnisse, die die Herzen ansprechen, sei es bei der Wal- oder Bärenbeobachtung, beim Glamping im borealen Wald, schwerelos Schlummern in den Baumwipfeln oder auf einer Eco-Expedition auf der Suche nach den Eisbergen.“ Aber genauso habe Kanada moderne Metropolen, eine anregende Kunst- und Kulturszene und eine spannende Geschichte. „Die Erlebnisse bei den indigenen Völkern Kanadas lassen einen nicht mehr los.“

Vorurteil 4: Kanada kann man in einem Urlaub sehen. „Es gibt immer noch Leute, die glauben, sie können in zwei Wochen vom British Columbia mit dem Fahrrad in den Yukon fahren“, erzählt die oberste Kanada-Werberin. Das sei natürlich viel zu weit und Quatsch. „Aber auch wer mit dem Auto fährt, sollte sich nicht zu viel vornehmen. Nicht mehr als zwei Provinzen in drei Wochen“, rät Ackermann. Besser sei es, öfter zu kommen. „Wir haben über 50 Prozent Wiederholer und das hat seinen Grund.“ Kanada ist 28-mal größer als Deutschland. Reisebüros sollten das bei der Beratung und Ausarbeitung von Reiseangeboten im Hinterkopf haben.

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