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4. Dezember 2023 | 07:00 Uhr
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Kanadas geschützte Parks so groß wie Deutschland

Vor allem im Herbst und Winter locken Kanadas Nationalparks mit spektakulären Panoramen, bunten Laubwäldern, verschneiten Landschaften und tierischen Begegnungen. Mehr als drei Prozent der kanadischen Landmasse stehen unter Naturschutz. Einige davon sind rekordverdächtig.

Kanada Gros Morne Nationalpark Foto Newfoundland and Labrador Tourism

Der zerklüftete Gros Morne Nationalpark in Neufundland gehört zum Weltnaturerbe

Wer sich in Kanada in der kühlen Jahreszeit in der Natur bewegen will, kann unter zahlreichen Nationalparks und Provinzparks wählen. Zwischen Pazifik, Eismeer und Atlantik decken die Schutzgebiete mehr als 340.000 Quadratkilometer ab. Das ist in etwa die Größe Deutschlands. Faszinierend sind sie alle Parks, aber manche weisen Besonderheiten auf, die sie einzigartig machen.

Gletscherkrösus: Die Hochgebirgskulisse des Glacier Nationalparks in British Columbia hat es in sich. Steile Berge wechseln sich mit engen Tälern ab, im Winter herrscht Schneesicherheit, und insgesamt 129 Gletscher sorgen für den Spitznamen "Fifty Switzerlands in One". Wer den Park im Herbst durchwandern will, findet Trails jeder Länge und Schwierigkeit vor. Kürzere Hikes beginnen am den Park durchziehenden Trans Canada Highway und führen an Creeks und Gebirgsbächen vorbei durch farbwechselnde Laubwälder und einen waschechten Regenwald. Tageswanderungen wie der Avalanche Crest Trail (10,2 km) und der Asulkan Valley Trail (15,8 km) bieten spektakuläre Blicke auf Wildblumenwiesen, Gletscher und hochalpine Wildnis.

Büffel-Refugium: Es ist schon viele Jahrzehnte her, dass große Büffelherden durch die Prärien Manitobas zogen, die Tiere sind mittlerweile fast ausgerottet. Im Riding Mountain Nationalpark, etwa drei Autostunden von Winnipeg entfernt, lebt seit Jahrzehnten eine kleine Herde von 40 Tieren, die man bei einer Fahrt durchs Gehege am Audy-See zu jeder Jahreszeit aus dem Autofenster heraus erleben kann. In der Lake Audy Bison Enclosure sind nie viele Autos unterwegs. Gute Zeiten sind jedoch die Tagesrandzeiten. So nah wie hier kommen Besucher nirgendwo sonst an die beeindruckenden Tiere heran.

Wo sich Himmel und Erde treffen: Saftiges Grasland mit sanft gewellten Foothills, kristallklare Bergseen und mit den Rocky Mountains eine hochalpine Gebirgskulisse: Der Waterton Lakes Nationalpark in der Südwestecke Albertas schützt und vereint das Beste dieser geografischen Welten. Neben den steinernen Riesen durchbrechen immer wieder Seen und Flüsse oder Wasserfälle die Szenerie. Der Park ist mit seinen nur 525 Quadratkilometern zudem ein Refugium von Tierarten wie Grizzlybären, Elchen, Wapiti-Hirschen und Berglöwen sowie von über 800 Wildblumenarten.

Prärie pur: Weite bekommt im Grasslands Nationalpark eine neue Bedeutung. Das Schutzgebiet ist einer der wenigen Reste der immensen Graslandschaften, die sich einst von Nord-Alberta bis nach Texas erstreckt. Heute sind in Saskatchewan noch ein paar vereinzelte Grasland-Flecken und der 900 Quadratkilometer große Grasslands Nationalpark im Süden der Provinz übrig. Er zeigt die Prärie noch so, wie sie die ersten Europäer sahen. Mehrere lange Trails führen Wanderer durch Niederungen und leicht hügeliges, hüfthohes Grasland. Auch spannend: Der 70 Mile Butte Trail, ein rund zwei Kilometer langer Rundwanderweg, der die besten Panoramen kombiniert.

Treffpunkt der Ur-Kontinente: Im Gros Morne Nationalpark im Westen Neufundlands wandern Besucher durch eine von geologischen Kräften von innen nach außen gekehrte Ur-Landschaft. An keinem anderem Ort der Welt ist Gestein aus den Tiefen der Erdkruste so offen sichtbar wie in dem von der Unesco im Jahr 1987 zum Weltnaturerbe erklärten Schutzgebiet. Die atemberaubenden Tafelberge der bronzefarben bis rötlich schimmernden Tablelands und tief eingeschnittene Fjorde und Buchten an Bonne Bay und Western Brook Pond machen den nicht nur zu einem fantastischen Hikingrevier. 

Vielfalt in der Winzigkeit: Der Point Pelee Nationalpark am Lake Erie ist mit nur 15 Quadratkilometern der zweitkleinste der kanadischen Nationalparks, ist aber mit fünf Ökosystemen (Savanne, Marsch, Sumpf, Wald und Strand) der ökologisch vielfältigste. Der Park weist eine dschungelähnliche Vegetation mit Sykomoren, Walnussbäumen und 40 weiteren Baumarten auf und gilt als Paradies für Vogelfreunde. Im Frühjahr und Herbst bevölkern mehr als 390 Arten den Park. Spazier- und Radwege erschließen den Südteil, für die Erkundung des marschigen Nordens stehen Kanus zur Verfügung.

Sven Schneider

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