O’Leary freut sich über Musk-Pöbelei – und legt nach
Der Schlagabtausch zwischen Elon Musk und Ryanair-Chef Michael O'Leary geht weiter – offenbar zur Freude der Iren. O’Leary dankt Musk für kostenlose Publicity und meldet ein Verkaufsplus.
Ryanair
Lässt zu Zoff und Marketing keine Gelegenheit aus: Michael O'Leary
Was als Streit über W-Lan an Bord begann, entwickelt sich zum Marketing-Selbstläufer. Ryanair-Chef Michael O'Leary bedankte sich artig bei Elon Musk für den jüngsten Online-Zoff. Die Folge seien zwei bis drei Prozent mehr Ticketverkäufe binnen fünf Tagen, behauptete er.
Musk hatte O’Leary als "unerträglich" und "Idiot" bezeichnet, nachdem Ryanair Starlink-W-Lan abgelehnt hatte. O’Leary zeigte sich unbeeindruckt. Beleidigungen kenne er gut, sagte er – von vier Teenager-Kindern und "vielen anderen". Neu sei daran nichts.
Zum Dank will Ryanair nun ein Team ins Dubliner Büro von des Musk-Dienstes X schicken, bewaffnet mit einem Gratis-Ticket. "Wenn es dem Absatz hilft, kann er mich jeden Tag beleidigen", erklärte O’Leary bei einer Pressekonferenz.
W-Lan, Kosten und Mathematik
Sachlich blieb der Ryanair-Boss zeitweise ebenfalls, wie britische Medien berichten. Die Starlink-Ausrüstung würde rund 250 Millionen Euro kosten, dazu kämen jährlich 100 Millionen Euro an Mehrverbrauch beim Treibstoff. Zudem glaubt O’Leary, dass nur fünf Prozent der Passagiere für W-Lan zahlen würden.
Musk brachte mehrfach ins Spiel, Ryanair zu kaufen; O’Leary reagierte gelassen: Aktien könne Musk jederzeit erwerben. Eine Mehrheit allerdings nicht – EU-Recht lässt grüßen. Nicht-europäische Investoren dürfen keine europäischen Airlines kontrollieren.
Soziale Medien nannte O’Leary eine "Kloake", räumte aber ein, dass sie fürs Marketing unverzichtbar seien. Ryanair pflegt dort bekanntlich einen rauen Ton und verspottet gern klagende Kunden. Der aktuelle Disput passt da nahtlos ins Bild.
Christian Schmicke