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15. Juni 2020 | 07:00 Uhr
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Afrika-Veranstalter ziehen wegen Reisewarnung vor Gericht

Zwei Afrika-Spezialisten haben beim Verwaltungsgericht Berlin einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung eingereicht, um die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amts für Tansania, Seychellen, Mauritius und Namibia aufheben zu lassen. Sie seien unbegründet.

Tansania Serengeti Nationalpark Zebras Safari Foto iStock Delbars.jpg

Die Reisewarnung für Tansania suggeriere zu Unrecht, es gebe ein akutes Risiko für Leib und Leben, sagen die Veranstalter

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Die Reiseveranstalter Elangeni African Adventures aus Bad Homburg und Akwaba Afrika aus Leipzig haben ihre Forderung am 12. Juni eingereicht. Sie stünden damit stellvertretend für eine Vielzahl von Fernreiseveranstaltern, heißt es in einer Pressemitteilung. Akwaba Afrika und Elangeni African Adventures sind Teil einer Interessensgemeinschaft verschiedener Afrika-Reiseveranstalter aus ganz Deutschland, die mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ins Leben gerufen wurde.

Keine sicherheitsrelevante Begründung

Tansania, Seychellen, Mauritius und Namibia seien entweder bereits für Touristen offen oder hätten Pläne zur zeitnahen Öffnung bekanntgegeben. Das Infektionsgeschehen in den Ländern weise deutlich geringere Fallzahlen als in vielen europäischen Ländern auf, während gleichzeitig strenge Hygiene- und Eindämmungsmaßnahmen gelten würden, so die Initiatoren. Daher gebe es "keine objektive sicherheitsrelevante Begründung für eine Reisewarnung".

"Tourismus ist Naturschutz“, sagt Heike van Staden, die Inhaberin von Elangeni African Adventures. Ohne die Einnahmen im Tourismus könnten viele afrikanische Staaten ihre Ranger nicht mehr bezahlen, die die unvergleichliche natürliche Vielfalt Afrikas bewahren sollen.  Seit dem Corona-Ausbruch und dem damit verbundenen Fernbleiben von Touristen, habe die Wilderei in vielen Ländern Afrikas massiv zugenommen.

Reisewarnung zerstört Existenzen

David Heidler, Geschäftsführer von Akwaba Afrika, hebt die ökonomischen Auswirkungen der Reisewarnung hervor: „Die Aufrechterhalt der weltweiten Reisewarnung zerstört Existenzen in Deutschland und den Zielgebieten.“ Unternehmer in Afrika stünden durch den Wegfall einer gesamten Reisesaison vor dem Ruin. In Ländern ohne staatliche Hilfen oder ausreichende Sozialsysteme treffe die Krise die Mitarbeiter der Hotels und anderer Touristik-Dienstleister am härtesten.

Obwohl Tansania sich wieder für Touristen geöffnet und zahlreiche Maßnahmen zum Infektionsschutz implementiert habe, werde dem Verbraucher durch die weltweite Reisewarnung ein „akutes Risiko für Leib und Leben“ suggeriert. So werde auch hier ein Großteil der Buchungen ersatzlos storniert und durch die Reisewarnung können die Auftragsbücher nicht mit den sonst zahlreichen deutschen Touristen gefüllt werden. „Serengeti darf nicht sterben, forderte einst Tierfilmer Bernhard Grzimek schon vor 61 Jahren – heute hat es die Bundesregierung selbst in der Hand", so Heidler.

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