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17. November 2020 | 13:15 Uhr
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Corona-Ausbruch bei Sea Dream befeuert US-Kreuzfahrtdebatte

Mit strengen Test-Regularien, aber ohne Maskenpflicht, hatte sich die "Sea Dream 1" auf ihre erste Karibik-Reise in der Pandemie gemacht. Nach sieben Corona-Fällen an Bord wird in den USA nun diskutiert, ob die Gesundheitsbehörde CDC ihre No-Sail-Order verlängern sollte. Die Reederei strich unterdessen alle in diesem Jahr noch geplanten Reisen.

Seadream I Kreuzfahrtschiff Foto Seadream Yacht Club.jpg

Die "Sea Dream 1" löst in den USA eine Debatte um den Kreuzfahrt-Neustart aus

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Mehreren Medienberichten zufolge waren eigens Journalisten und Blogger angereist, um die "Sea Dream 1" auf ihrer ersten Karibik-Reise nach erfolgreich absolvierter Sommersaison in Norwegen zu begleiten. Während des Sommers hatte es nach Angaben der Reederei keinen einzigen Corona-Fall an Bord gegeben, aufgrund starker Nachfrage habe man im Lauf der Saison sogar ein zweites Schiff an den Start gebracht.

Bei der ersten Karibik-Tour waren statt der maximal zugelassenen 112 Passagiere nur 53 an Bord, sowie 66 Besatzungsmitglieder. Alle Passagiere mussten vor der Abreise einen PCR-Test ablegen, vor dem Boarding kam ein Schnelltest hinzu. Während der Reise waren weitere Routinetests vorgesehen. Eine Maskenpflicht soll es allerdings, wie Teilnehmer der Reise berichten, in den ersten Tagen weder für die Passagiere noch für die Crew gegeben haben.

CDC-Verordnungen gelten nur für größere Schiffe

Dass es trotz der intensiven Test-Vorkehrungen sieben Corona-Fälle an Bord gab und die Kreuzfahrt nach vier Tagen in Barbados endete, veranlasste nun erste US-Politiker, eine Fortsetzung des Kreuzfahrtverbots durch die US-Gesundheitsbehörde CDC zu fordern. Das berichtet unter anderem das US-Fachportal "Travel Agent Central". Die CDC hatte ihre No-Sail-Order unter strengen Auflagen für die Reedereien zu Ende November für beendet erklärt. Royal Caribbean will nun im Dezember erste Test-Kreuzfahrten aufnehmen, Konkurrent NCL plant dies im Januar.

Nicht ohne Ironie ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass die "Sea Dream 1“ von einer Fortsetzung des Kreuzfahrtstopps gar nicht betroffen wäre. Denn die Regeln, die die CDC zunächst für die No-Sail-Order und dann für die bedingte Wiederaufnahme des Betriebs erlassen hat, gelten nur für Kreuzfahrtschiffe mit einer Kapazität von mehr als 250 Gästen. Ungeachtet dessen hat Sea Dream alle für das restliche Jahr geplanten Reisen abgesagt und will die Zeit nutzen, um Möglichkeiten eines besseren Corona-Schutzes auszuloten. 

Christian Schmicke

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