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11. September 2026 | 14:47 Uhr
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Mailen

England diskutiert über Übernachtungssteuer

Englands Regionen sollen künftig eigene Abgaben auf Hotel- und andere Übernachtungen erheben dürfen. Eine gesetzliche Obergrenze ist bislang nicht vorgesehen, doch zehn Bürgermeister wollen freiwillig höchstens fünf Prozent verlangen. Tourismus- und Hotelverbände warnen vor höheren Reisekosten, sinkender Nachfrage und Nachteilen im internationalen Wettbewerb.

London will maximal fünf Prozent auf die Übernachtungspreise aufschlagen

Die geplante Abgabe soll laut der britischen Labour-Regierung als Prozentsatz des Übernachtungspreises erhoben werden und neben Hotels auch Bed and Breakfasts, Ferienunterkünfte und andere kurzfristig vermietete Unterkünfte erfassen. Zahlen sollen sowohl britische als auch ausländische Gäste.

Über die konkrete Umsetzung entscheiden die regionalen Verantwortlichen. Die Labour-Bürgermeister von London, Greater Manchester, Liverpool, West Midlands, North East, West of England, West Yorkshire, South Yorkshire, East Midlands sowie York und North Yorkshire haben bereits angekündigt, eine mögliche Abgabe auf höchstens fünf Prozent zu begrenzen.

Fünf Prozent als freiwillige Obergrenze

Die Bürgermeister sprechen von einer "angemessenen Obergrenze". Sie solle verhindern, dass sich die Belastung zwischen den Regionen stark unterscheidet, zugleich aber lokale Spielräume erhalten. Vor einer Einführung sind Konsultationen vor Ort vorgesehen.

Die Einnahmen sollen wieder in die jeweiligen Regionen fließen, etwa in Innenstädte oder den Nahverkehr. Ausnahmen könnten unter anderem für Campingplätze gelten. Bis Anfang 2028 sollen die Verantwortlichen darlegen, wie sie die Einnahmen verwenden wollen.

Die britische Labour-Regierung unter Premierminister Andy Burnham muss die gesetzlichen Grundlagen allerdings erst noch ins Parlament einbringen.

Branche warnt vor höheren Urlaubskosten

Der Hotel- und Gastgewerbeverband UK Hospitality befürchtet nach Angaben der BBC Folgen für Nachfrage und Beschäftigung. Verbandschef Allen Simpson rechnet damit, dass sich ein durchschnittlicher Familienurlaub in England durch die Abgabe um etwa 100 bis 120 Pfund verteuern könnte. In der Nebensaison könnten dadurch etwa Ferienparks unter zusätzlichen Druck geraten.

Auch das World Travel & Tourism Council (WTTC) warnt vor Wettbewerbsnachteilen. Nach einer eigenen Untersuchung würden 29 Prozent der Befragten aus wichtigen Auslandsmärkten wie Deutschland, Frankreich und den USA bei einer Besucherabgabe von zehn Euro eine andere Destination erwägen oder auf die Reise verzichten. Bei britischen Reisenden lag dieser Anteil bei 39 Prozent für eine Abgabe von zehn Pfund.

Streit über die internationale Wettbewerbsfähigkeit

Das WTTC sieht vor allem die Summe zusätzlicher Kosten kritisch. Werde Großbritannien als Reiseziel teurer, könnten Besucher und Investitionen in andere Märkte ausweichen. Der Verband fordert daher verhältnismäßige und berechenbare Abgaben.

Nicht alle Regionalpolitiker wollen die neuen Möglichkeiten überhaupt nutzen. Die Bürgermeister von Reform UK sowie die konservativen Amtsinhaber dürften eine Übernachtungssteuer ablehnen. In Schottland gibt es indes bereits entsprechende Modelle; Edinburgh führte im Juli eine Abgabe von fünf Prozent ein.

Christian Schmicke

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