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10. September 2026 | 14:35 Uhr
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Airlines fordern Konsequenzen nach Flugsicherungspanne

Nach dem Ausfall der britischen Flugsicherung Nats wächst der Druck auf Betreiber und Regierung. Mehr als 2.000 Flüge waren betroffen. Die Luftfahrtbehörde CAA soll die Panne unabhängig untersuchen. Airlines kritisieren, dass sie für Betreuung und Umbuchungen zahlten, während Nats für eigene Fehler kaum finanziell hafte.

Flughafen London-Heathrow

An britischen Flughäfen, hier London-Heathrow, fielen am Dienstag und Mittwoch zahlreiche Flüge aus

Der technische Ausfall am Dienstag war bereits die dritte größere Störung bei Nats innerhalb von drei Jahren. Nach Angaben des Luftfahrtanalysten Cirium waren am Dienstag mehr als 1.700 Flüge an britischen Flughäfen betroffen, am Mittwoch weitere 417.

Das Problem trat am Nats-Standort Swanwick in Hampshire auf. Eine Cyberattacke wurde ausgeschlossen. Nats-Chef Martin Rolfe erklärte, der Fehler unterscheide sich von früheren Ausfällen.

Regierung ordnet unabhängige Untersuchung an

Verkehrsministerin Heidi Alexander hält die Störung nicht für unvermeidbar. Sie beauftragte die britische Luftfahrtbehörde CAA mit einer unabhängigen Untersuchung, deren Ergebnisse innerhalb von sechs Monaten vorliegen sollen. Nats selbst muss der Regierung zudem kurzfristig einen technischen Bericht liefern.

Alexander kündigte "harte Fragen" zur Widerstandsfähigkeit der Systeme und zu geplanten technischen Verbesserungen an. Auch mögliche Änderungen beim Verbraucherschutz sollen geprüft werden.

Ryanair geht das nicht weit genug. Die Airline fordert erneut die Entlassung von Rolfe. Chief Operating Officer Neal McMahon verglich eine Untersuchung unter Beteiligung des Nats-Chefs nach Angaben des Portals Travel Weekly mit "einem gescheiterten Schüler, der seine eigene Prüfung benoten" solle.

Airlines kritisieren Verteilung der Kosten

Der Branchenverband Airlines UK sieht durch die Störung eine Lücke in der Regulierung offengelegt. Fluggesellschaften müssten bei Ausfällen Passagiere betreuen und die daraus entstehenden Kosten tragen, selbst wenn die Ursache vollständig außerhalb ihres Einflusses liege.

"Airlines zahlen die Rechnung für die Fehler anderer", kritisiert Verbandschef Tim Alderslade. Die verantwortlichen Organisationen hätten dagegen kaum finanzielle Konsequenzen zu tragen. Der Verband Airlines UK fordert, dies im geplanten Civil Aviation Bill zu ändern.

Auch bei Entschädigungen könnte die Panne für Streit sorgen. Nach Einschätzung der CAA dürfte der Nats-Ausfall als außergewöhnlicher Umstand gelten. Passagiere hätten damit voraussichtlich keinen Anspruch auf Ausgleichszahlungen für direkt verursachte Verspätungen oder Annullierungen. Die Pflicht der Airlines zur Betreuung der Betroffenen bleibt dagegen bestehen.

Flugbetrieb normalisiert sich schrittweise

Die Folgen reichten über Großbritannien hinaus. Betroffen waren unter anderem Heathrow, Gatwick, Manchester, Birmingham, Liverpool, Edinburgh und Stansted. Auch Verbindungen von Frankfurt, Düsseldorf und Zürich nach London wurden gestrichen.

Bis zum Donnerstag entspannte sich die Lage. Der Flughafen Gatwick meldete nach Angaben des britischen Portals The Standard wieder normalen Betrieb, British Airways erwartete ebenfalls einen weitgehend regulären Flugplan. In Heathrow wurden am Donnerstagmorgen allerdings noch 25 Flüge gestrichen.

Christian Schmicke

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