Frankfurts Terminal 3 startet mit 57 Airlines
Am 23. April eröffnet der Frankfurter Flughafen Terminal 3. Zum Start ziehen 57 Fluggesellschaften schrittweise in das neue Gebäude, Condor folgt 2027. Fraport-Chef Stefan Schulte erwartet für 2026 trotz des Iran-Kriegs 65 bis 66 Millionen Passagiere. Das neue Terminal soll Abläufe entzerren, die Pünktlichkeit verbessern und Raum für die Sanierung von Terminal 2 schaffen.
Fraport
Das neue Terminal am Frankfurter Flughafen wird am Donnerstag eröffnet
Mit Terminal 3 nimmt der Frankfurter Flughafen am 23. April eines der größten Infrastrukturprojekte des Standorts in Betrieb. Fraport-Chef Stefan Schulte sieht den Zeitpunkt als passend an. Für 2026 rechnet er mit 65 bis 66 Millionen Passagieren, das wären rund vier Prozent mehr als 2025 und etwa 95 Prozent des Vor-Corona-Niveaus.
Schulte verwies im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung darauf, dass Frankfurt damit näher an die Vorkrisenwerte heranrücke als andere große deutsche Flughäfen. Vor der Pandemie seien die bestehenden Terminals bereits stark ausgelastet gewesen. Terminal 3 schafft nach seinen Angaben Platz für 19 Millionen zusätzliche Passagiere. Damit kann Terminal 2 für eine Grundsanierung geschlossen werden, ohne dass dem Flughafen die Kapazität fehlt.
Mehr Platz im Süden des Airports
Das neue Terminal liegt im Süden des Flughafengeländes. Bislang waren die Abläufe an Passagierflugzeugen stark auf die Nordseite konzentriert. Schulte erwartet deshalb eine Entzerrung der Prozesse auf dem Vorfeld und eine höhere Pünktlichkeitsrate.
Auch im Gebäude selbst setzt Fraport auf neue Abläufe. Schulte spricht von hohen, lichten Räumen, einem großen Marktplatz und direkten Wegen. Reisende müssten im Prinzip meist nur geradeaus gehen und nur selten die Etage wechseln. Zudem könnten mehr Flugzeuge direkt am Gebäude stehen, sodass Busfahrten zum Einstieg häufig entfielen.
Start in Etappen mit 57 Airlines
Nach Angaben von Fraport werden in Terminal 3 vor allem Fluggesellschaften gebündelt, die bisher in Terminal 2 abgefertigt wurden, sofern sie nicht zur Lufthansa-Gruppe oder zur Star Alliance gehören. Insgesamt sollen 57 Airlines schrittweise umziehen. Der Aufbau des Flugbetriebs erfolgt in vier Wellen.
Ab 23. April starten unter anderem Cathay Pacific, Emirates, Etihad Airways, Qatar Airways, Saudia und Korean Air von Terminal 3. Ab 5. Mai folgen weitere Airlines wie Air Algérie, Royal Air Maroc, Royal Jordanian und Tunisair. Für den 19. Mai sind unter anderem American Airlines, British Airways, Delta Air Lines, Japan Airlines, TUI fly und Vietnam Airlines vorgesehen. Ab 9. Juni kommen Air Europa, Air France, Easyjet, Finnair, Iberia, KLM, SAS und Tarom hinzu. Weitere Airlines wie Corendon Airlines und Nile Air sollen später im Jahresverlauf folgen.
Condor wird erst 2027 ins Terminal 3 wechseln und dort laut Schulte mit rund 30 Prozent des Passagieraufkommens der größte Nutzer sein. Der Flugsteig G wird zunächst nur teilweise genutzt. Sein Check-in-Bereich geht von Anfang an an den Start, der Abschnitt mit den Boarding-Gates soll 2027 mit dem Umzug von Condor folgen.
CT-Scanner und gelockerte Flüssigkeitsregel
Zum Beginn gehen das Hauptgebäude sowie die Flugsteige H und J in Betrieb. Flugsteig H ist für Schengen-Flüge vorgesehen und verfügt über zehn Flugzeugpositionen. Flugsteig J ist für Non-Schengen-Flüge ausgelegt, hat 14 Positionen und eine zusätzliche Ebene für ankommende Passagiere aus Nicht-Schengen-Staaten.
An allen 19 Sicherheitskontrollen kommen moderne CT-Scanner zum Einsatz. Dadurch müssen Flüssigkeiten und Laptops meist nicht mehr ausgepackt werden. Im Terminal 3 sind laut Fraport bis zu zwei Liter Flüssigkeit pro Behälter im Handgepäck erlaubt.
Prognose bleibt trotz Nahost-Krise bestehen
Trotz des Iran-Kriegs hält Schulte an seiner Jahresprognose fest. Der Verkehr in den Mittleren Osten sei zwar gesunken, mache aber weniger als fünf Prozent des gesamten Aufkommens aus. Zudem seien 75 Prozent dieser Passagiere Umsteiger gewesen, die nun andere Wege nutzten. Gleichzeitig hätten die Passagierzahlen auf Direktverbindungen nach Afrika und Fernost im März um gut 20 Prozent zugelegt.
Einen Nachteil für Frankfurt erwartet Schulte auch nicht daraus, dass Lufthansa in München weiter ausbaut, wie er gegenüber der FAZ erläutert. Aus heutiger Sicht werde Lufthansa vor allem in Terminal 1 wachsen, die Airlines der Star Alliance sollen Terminal 1 und später das modernisierte Terminal 2 nutzen. Ein Joint Venture wie in München werde es in Frankfurt nicht geben. Lufthansa wolle im Grundsatz lieber in Flugzeuge investieren als in Gebäude, so Schulte.
Christian Schmicke
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