Tägliche News für die Travel Industry

7. Mai 2021 | 16:41 Uhr
Teilen
Mailen

Kanaren wollen Corona-Beschränkungen beibehalten

Obwohl die spanische Zentralregierung in der Nacht zum Montag den Corona-Alarmzustand gehoben hat, will die Regionalregierung der Kanaren an ihren Restriktionen festhalten. Die Inzidenz auf dem Archipel liegt aktuell bei knapp 45, dennoch bleibt die Reisewarnung in Deutschland bestehen.

Teneriffa Teide

Auf den Kanaren, hier Teneriffa mit dem Teide, hat das Oberste Gericht die Corona-Beschränkungen aufgehoben

Auf sämtlichen Kanareninseln galten bisher die Alarmstufen 1 und 2, die mit relativ Beschränkungen verbunden waren. Etwa eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 23 beziehungsweise 0 und 6 Uhr, zudem waren die Kapazitäten, die die Restaurants in Innen- und Außenbereichen füllen dürfen, eingeschränkt. Die Regionalregierung wollte dies beibehalten. Der Oberste Gerichtshof hat allerdings dagegen entschieden.

Sorge um Rückschläge

Hintergrund für die Regionalregierung war wohl die Sorge, dass die positive Entwicklung der Infektionszahlen – die Inzidenz lag zum Wochenende unter 45 – durch Lockerungen gefährdet und damit die Wiederaufnahme des touristischen Geschäfts bedroht werden könnte. Die Kanaren-Politiker dürften ohnehin enttäuscht sein, dass ihre Inseln nach wie vor nicht von der Liste der Risikogebiete des Robert-Koch-Instituts gestrichen wurden, obwohl die Inzidenz seit weit mehr als einer Woche unterhalb der dafür angesetzten Marke von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt.

Dass die spanische Zentralregierung landesweite Lockerungen eingeführt hat, führen viele Beobachter auf das Ergebnis der Regionalwahl in Madrid zurück. Dort setzte sich die konservative Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso mit deutlichem Vorsprung durch. Die Politikerin stand für einen konsequenten Lockerungskurs und hatte in der spanischen Hauptstadt seit dem vergangenen Sommer Bars und Restaurants, Kinos und Theater stets offengehalten. Dadurch waren die Regierungsparteien unter Zugzwang geraten, spanienweite Lockerungen in Aussicht zu stellen.