Kubas Energiekrise erfordert gezielte Hotelschließungen
Die anhaltende Energiekrise in dem karibischen Inselstaat fordert jetzt auch gezielte Schließungen von Ferienhotels. Insbesondere im beliebten Badeort Cayo Santa Maria aber auch in Varadero werden Hotels mit geringer Belegung derzeit geräumt, die Gäste in anderen Hotels untergebracht.
Kempinski
Weiter geöffnet: das Kempinski Hotel in Havanna
Die Maßnahme geht auf eine Anordnung der Regierung zurück, die dem gesamten Land ein hartes Sparprogramm verordnet hat, das ein zeitweises Überleben ohne Öl gewährleisten soll. Künftig soll die staatliche Verwaltung nur noch von Montag bis Donnerstag arbeiten. Auch der ohnehin wenig zuverlässige öffentliche Verkehr wird reduziert: Busse, Züge und Fähren verkehren nur noch sporadisch.
Im Bildungsbereich werden die Unterrichtszeiten verkürzt, an der Universität Havanna ist für die kommenden 30 Tage nahezu kein Präsenzbetrieb vorgesehen. Darüber hinaus prüft die Regierung, Beschäftigte des öffentlichen Dienstes vorübergehend in systemrelevante Bereiche zu versetzen, um dort bestehende Personalengpässe auszugleichen.
Nach Angaben von Präsident Miguel Díaz-Canel erhielt Kuba seine bislang letzte Treibstofflieferung im Dezember. Die USA stoppten Öltanker aus Venezuela und untersagten auch Mexiko, weiter Öl nach Havanna zu transportieren. Kuba benötigt etwa 120.000 Barrel Erdöl täglich (ca. 19 Millionen Liter). Etwa ein Drittel davon wird aus eigener Produktion gedeckt, den Rest muss das Land importieren. Inzwischen ist in dem Land auch kein Flugzeugtreibstoff mehr verfügbar. Direkte Flugverbindungen aus Europa sind damit nicht mehr möglich.
Derweil wurde bekannt, dass die Hotelkette Minor beschloss, sich aus Havanna zurückzuziehen und den Betrieb der beiden NH-Hotels, die sie in der kubanischen Hauptstadt führt, einzustellen: das NH Capri und das NH Collection Victoria, beide im Stadtteil El Vedado.
Pascal Brückmann