Offenbar kein Treibstoff mehr an den Flughäfen Kubas
Die angespannte Energie- und Versorgungslage in Kuba erreicht die zivile Luftfahrt. Eine international verbreitete Luftfahrtmeldung warnt davor, dass bereits am heutigen Montag kein Flugzeugtreibstoff am Flughafen Havanna und den weiteren Airports des Landes mehr verfügbar sein soll.
Pascal Brückmann
Bald kein Jet-A1-Treibstoff mehr am Flughafen von Havanna?
Mehrere Medienquellen wie Cibercuba berichten über eine aktive NOTAM-Meldung (MUHA A0356/26) für den Flughafen José Marti, wonach dort aktuell kein Jet-A1-Treibstoff zur Verfügung steht. Mit NOTAM-Meldungen, Notice to Air Missions, sind offizielle, zeitkritische Luftfahrtmeldungen gemeint, mit denen Piloten und Airlines über wichtige betriebliche Einschränkungen oder Gefahren an Flughäfen und im Luftraum informiert werden. Laut der Meldung soll bis mindestens 11. März 2026 kein Treibstoff zur Verfügung stehen.
Jet A-1 ist der Standardkraftstoff für Verkehrsflugzeuge und Voraussetzung für den regulären Linienbetrieb. Airlines können in Havanna demnach nicht oder nur eingeschränkt auftanken. Für den Flugverkehr und für den Tourismus des Landes hätte das erhebliche Konsequenzen.
Auch wenn die Meldung bislang nicht in allen öffentlich zugänglichen westlichen NOTAM-Datenbanken auffindbar ist und noch keine Airline den Hinweis bestätigt hat, spricht viel für den Wahrheitsgehalt der Meldung. Direktflüge von Europa aus nach Kuba wären unter diesen Bedingungen praktisch nicht mehr darstellbar. Langstreckenmaschinen sind auf eine verlässliche Treibstoffversorgung am Zielort angewiesen.
Umsteigeverbindungen bleiben dagegen grundsätzlich möglich. Airlines können Kuba weiterhin über Drehkreuze in der Region anbinden, etwa über Panama-Stadt, Cancún oder andere lateinamerikanische Flughäfen mit gesicherter Treibstoffversorgung. Von Deutschland aus fliegt derzeit Cubana zwei mal täglich ab Frankfurt nach Havanna, zudem gibt es Direktflüge mit Air France ab Paris oder mit Iberia ab Madrid.
Der Treibstoffmangel dürfte auf die Kombination aus US-Sanktionen, eingeschränkten Importmöglichkeiten, Devisenknappheit und daraus resultierenden Zahlungsproblemen Kubas auf den internationalen Energiemärkten zurückzuführen sein. Kuba selbst ist nicht in der Lage den Jet-A1-Treibstoff herzustellen.
Pascal Brückmann