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6. Februar 2026 | 07:00 Uhr
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Nipah-Virus-Ausbruch: A3M ordnet Risiken für Reisende ein

Nach dem Nachweis des Nipah-Virus bei zwei Klinikmitarbeitern in Indien haben zahlreiche asiatische Staaten Gesundheitskontrollen an Grenzen und Flughäfen eingeführt. Krisenwarndienst A3M erklärt, worauf Reisende derzeit achten müssen.

Nipah Virus Foto iStock Manjurul

Das Nipah-Virus beschäftigt derzeit die Virologen, nicht nur in Asien

Mehrere Länder in Asien haben auf den jüngsten Nipah-Ausbruch in Indien mit verschärften Einreise- und Gesundheitskontrollen reagiert. Auslöser waren Infektionen bei zwei Mitarbeitern eines Privatkrankenhauses. Die indischen Behörden setzten nach Angaben von A3M alle 197 Kontaktpersonen unter Quarantäne.

Das Nipah-Virus wird von fruchtfressenden Fledermäusen übertragen, erklärt der Krisenwarndienst. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch sei theoretisch über engen Kontakt und Tröpfcheninfektion möglich, sei bisher aber noch nicht nachgewiesen worden. Die Mortalitätsrate liegt laut A3M zwischen 40 und 75 Prozent, ein Impfstoff oder gezieltes Medikament existiert bislang nicht. Vor diesem Hintergrund hätten die Behörden in Indien rasch reagiert.

Symptome einer Infektion mit dem Nipah-Virus

 Je nach Schweregrad der Erkrankung können die Beschwerden variieren, wie das Bernhard Nocht Institut für Tropenmedizin in den aktuellen Hinweisen erklärt. In manchen Fällen treten demnach nur leichte Symptome auf, wie Husten, Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. "In anderen Fällen können schwerere Symptome, wie Enzephalitis (Entzündung des Gehirns), Krampfanfälle und Koma auftreten, die zum Tod führen können", so die Spezialisten für Tropenkrankheiten.

Kontrollen an Flughäfen und Grenzen

In Ost- und Südostasien führten sukzessive mehrere Staaten Gesundheitskontrollen ein. Betroffen sind laut A3M unter anderem Thailand, Nepal, Pakistan, Singapur, Hongkong, Kambodscha, Vietnam, Indonesien und Myanmar. Der Umfang der Maßnahmen unterscheidet sich. Meist konzentrieren sich die Kontrollen auf internationale Flughäfen der Hauptstädte sowie auf Grenzübergänge zu Indien.

In Thailand müssen Reisende aus Risikogebieten Gesundheitsformulare ausfüllen, an Flughäfen kommen Temperaturmessungen und Wärmebildkameras zum Einsatz. Nepal kontrolliert verstärkt mehrere Grenzposten zu Indien. Pakistan verlangt zusätzlich Angaben zum Reiseverlauf der vergangenen 21 Tage.

Als Risikogebiet gilt Kolkata und Umgebung im indischen Bundesstaat Westbengalen. In Singapur und Hongkong erfolgen Kontrollen vor allem bei Flügen aus Indien. Vietnam, Indonesien und Myanmar setzen ebenfalls auf Temperaturmessungen und Hinweise zu Hygienemaßnahmen.

Geringe Ausbreitungsgefahr, auf Hygiene achten

"Eine Ausbreitung des Virus, die von Mensch zu Mensch erfolgt, wäre überaus ernst und erinnert an den Beginn der Covid-19-Pandemie", so ein Travel Security Analyst bei A3M. Gleichzeitig relativiert A3M die aktuelle Lage. Eine Übertragung sei eher unwahrscheinlich, da alle bekannten Kontaktpersonen negativ getestet wurden.

Wichtig bleibe ein erhöhtes Hygienebewusstsein sowie eine ärztliche Abklärung bei Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen oder Atembeschwerden. Indien meldete Ende Januar, dass keine weiteren Infektionen festgestellt wurden. Aus Sicht von A3M spricht dies gegen eine größere Ausbreitung des Virus.

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