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16. Februar 2026 | 14:46 Uhr
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US-Reisebranche warnt vor Shutdown-Folgen

Die US-Reiseindustrie warnt vor den Folgen des teilweisen Government Shutdowns für Luftverkehr und Hotellerie. Sie fordern eine rasche Finanzierung der Transportsicherheitsbehörde TSA. Hintergrund ist ein festgefahrener Streit zwischen Demokraten und dem Weißen Haus über die Aufsicht der Einwanderungsbehörden.

USA Einreise

Der partielle Shutdown in den Vereinigten Staaten könnte erneut Reiseaktivitäten beeinträchtigen

Der partielle Government Shutdown hat begonnen, nachdem sich Demokraten im Kongress und das Weiße Haus nicht auf eine Finanzierung des Department of Homeland Security (DHS) bis September einigen konnten. Streitpunkt ist die Aufsicht über Bundesbeamte im Bereich Einwanderung.

Demokraten fordern Änderungen bei der Durchführung von Einsätzen, darunter klar erkennbare Kennzeichnungen von Beamten, Bodycams und richterliche Anordnungen für Festnahmen auf Privatgelände. Auslöser sind tödliche Schüsse auf zwei US-Bürger in Minneapolis im vergangenen Monat. Die Regierung lehnt zentrale Forderungen ab und verweist auf "Sicherheitsrisiken für Einsatzkräfte".

TSA-Personal arbeitet ohne Bezahlung

Von dem Finanzierungsstopp betroffen sind unter anderem die Transportation Security Administration, die Küstenwache, der Secret Service sowie weitere Behörden im Zuständigkeitsbereich des DHS. Rund 90 Prozent der Beschäftigten sollen weiterarbeiten, jedoch ohne Gehalt. Bereits im Vorjahr hatte ein 43-tägiger Shutdown erhebliche Auswirkungen.

Die Reiseverbände U.S. Travel, Airlines for America und die American Hotel & Lodging Association warnen, dass unbezahltes TSA-Personal zu kurzfristigen Ausfällen führen könne. Das erhöhe Wartezeiten an Sicherheitskontrollen und das Risiko von Flugverspätungen oder -ausfällen. Reisende und die US-Industrie könnten sich diese Situation nicht leisten, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

Milliardenverluste und Imageschaden

Nach Angaben der Verbände verursachte der letzte Shutdown wirtschaftliche Schäden von rund sechs Milliarden Dollar, etwa 140 Millionen Dollar pro Tag. Mehr als sechs Millionen Reisende seien damals betroffen gewesen.

Mit Blick auf die anstehenden Großereignisse – den 250. Jahrestag der USA und die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 – sehen die Organisationen zusätzlichen Druck. Ein erneuter Stillstand würde die Vorbereitung auf diese Ereignisse erheblich beeinträchtigen und die wirtschaftlichen Chancen schmälern.

Forderung nach dauerhafter Lösung

Die Verbände fordern den Kongress auf, die Finanzierung der TSA umgehend sicherzustellen. Zudem verweisen sie auf den parteiübergreifenden Gesetzentwurf Keep America Flying Act. Dieser soll garantieren, dass TSA-Beamte und Fluglotsen auch bei Finanzierungslücken bezahlt werden.

Solange jedoch keine Annäherung zwischen den politischen Lagern erkennbar ist und da der Kongress bis zum 23. Februar in der Pause bleibt, zeichnet sich kein schneller Ausweg aus dem Konflikt ab.

Christian Schmicke

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