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30. September 2019 | 07:00 Uhr
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Viele Städte setzen Kurzzeitvermietung enge Grenzen

Das ist das Ergebnis einer Studie der Welttourismus-Organisation. Demnach gebe es mehr Einschränkungen bei der Vermietungsdauer und den Vermietungsbedingungen als gedacht. Auch werde häufig reguliert, ob ganze Objekte oder nur Teile davon vermietet würden, so das Ergebnis einer Stichprobe in 21 europäischen Städten.

mallorca palma hafen istock anita bonita

In Palma dürfen nur ganze Einfamilienhäuser kurzzeitvermietet werden

"Es gibt in den untersuchten Destinationen deutlich mehr Regulierung, als wir angenommen haben", sagte Zurab Pololikashvili, Generalsekretär der Welttourismus-Organisation, dem "Handelsblatt". Besonders streng seien Städte etwa Barcelona, Amsterdam, Paris und in den USA New York. In Berlin und London existierten dagegen weniger Regeln.

Amsterdam erlaube beispielsweise nur die Vermietung von Wohnungen, in denen der Vermieter selbst lebe und seinen ersten Wohnsitz angemeldet habe. Dieser dürfe dann seine gesamte Wohnung maximal 30 Tage und nie kürzer als sieben Nächte am Stück vermieten. Zudem müsse die Anwohnergemeinschaft der Kurzzeitvermietung an Touristen zustimmen und es sei eine Touristensteuer zu erheben und abzuführen.

In Berlin dagegen gebe es nach Erkenntnissen der Untersuchung weniger Vorschriften. Zwar müssten Kurzzeitvermieter sich auch dort registrieren, wenn sie ihre Wohnung oder ein Zimmer vermieten wollen. Doch es gibt keine Begrenzung der Vermietdauer des ersten Wohnsitzes, und auch eine Zustimmung der Anwohnergemeinschaft sei nicht nötig. 

Häufig fehlen Kontrollen

Fast alle Destinationen schreiben laut "Handelsblatt" genau vor, ob die ganze Wohnung oder nur Teile vermietet werden dürfen. 52 Prozent machten zusätzlich Vorschriften zum ersten und zweiten Wohnsitz, um eine rein kommerzielle Nutzung zu verbieten, heißt es. Regeln zur Mietdauer seien dagegen eher die Ausnahme – 38 Prozent der befragten Städte begrenzen sie.

Ein Problem der Städte sei häufig die fehlende Kontrolle der Vorschriften, erklärt die Studie laut „Handelsblatt“. So erlaube etwa Mallorcas Hauptstadt Palma seit zwei Jahren nur noch die Vermietung kompletter Häuser, jedoch nicht mehr von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Dennoch sind allein bei Airbnb noch mehr als 300 Wohnungen in Palma zu finden.

Nach Zahlen der Weltbank machen Kurzzeitvermietungen rund sieben Prozent des globalen Übernachtungsmarktes aus, bei einem jährlichen Wachstum von ansehnlichen 31 Prozent.

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