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22. Juli 2019 | 07:00 Uhr
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Aida Cruises geht in Sachen Aldi-Vertrieb auf Tauchstation

Trotz Nachfrage äußert sich die Reederei nicht zu Klagen aus dem Reisebürovertrieb, dass dem stationären Vertrieb die Preise für Reisen, die Aida Cruises über Aldi verkauft, vorbehalten blieben. Reisebüros hatten gegenüber Counter vor9 erklärt, dass sie Kunden unverrichteter Dinge wegschicken mussten.

Aida Nova

Jüngster Flottenzugang: Die "Aida Nova"

Die Reisebüros berichteten, dass Kabinen auf den über den Discounter vertriebenen Reisen für sie nur zu deutlich höheren Preisen verfügbar seien. Die Tarife, die über Aldi gälten, seien für sie gesperrt, wie Nachfragen sowohl beim Veranstalter Berge & Meer als auch bei Aida Cruises ergeben hätten.

Dabei betonen sowohl Aida Cruises als auch Berge & Meer in offiziellen Statements immer wieder ihre Verbundenheit mit dem stationären Vertrieb. Gegenüber dem Fachblatt "Travel Talk" erklärte Aida-Vertriebschef Uwe Mohr, er sei mit der Arbeit der Reisebüros „sehr zufrieden“. Das Wachstum liege im zweistelligen Prozentbereich – auch in den Reisebüros. Zur wachsenden Zahl von Sonderangeboten, die sich letztlich auch im Verkauf über den Discounter ausdrücken, sagte er, man müsse "diese Preise auch im Kontext betrachten". Die neue "Aida Nova" bedeute für die Reederei über die gesamte Flotte gesehen 20 Prozent mehr Kapazität. Diese 20 Prozent verteilten sich auch auf unsere verschiedenen Preisklassen. "Das heißt: Je größer unsere Flotte wird, desto gefühlt mehr hohe, mittlere und niedrige Preise gibt es. Und die günstigen Angebote erhalten naturgemäß immer mehr Aufmerksamkeit. So kann schnell der Eindruck entstehen, wir könnten unsere Schiffe nur über niedrige Preise füllen", erklärte Mohr. Der Aldi-Vertrieb kam in dem "Travel-Talk"-Interview nicht zur Sprache.

Auf Tuchfühlung mit den Reisebüros will eigentlich auch die TUI-Tochter Berge & Meer gehen. In einem am Freitag veröffentlichten Vertriebs-Mailing heißt es: "Wir freuen uns auf Sie und auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit! Falls Sie noch keine Berge-&-Meer-Agentur haben, fragen Sie noch heute Ihren Agenturvertrag bei uns an." Aus Zuschriften von Reisebüros und Kommentaren in Social-Media-Foren geht allerdings hervor, dass der stationäre Vertrieb den Grundsatz der Partnerschaftlichkeit nur für gewahrt hält, wenn ihm ohne Einschränkungen Preisegleichheit mit anderen Vertriebskanälen gewährt wird. Vielleicht liegt darin der Schlüssel für die Einsilbigkeit der sonst so kommunikationsfreudigen Akteure.

Christian Schmicke

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