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16. Juni 2020 | 16:06 Uhr
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Airlines haben vier Milliarden Euro noch nicht erstattet

Unter der Blockade der Rückzahlungen für nicht abgeflogene Tickets durch die Airlines litten nicht nur Verbraucher, so der Branchenverband DRV. Auch für die Vertriebspartner sei deren Strategie existenzbedrohend. Die Airline-Chefs wiegeln derweil weiter ab.

Allen Beteuerungen und Beschwichtigungen der Fluggesellschaften zum Trotz scheint immer noch wenig Bewegung in die Angelegenheit gekommen zu sein. Viele Verbraucher warten noch auf die Erstattung der Flugkosten für Reisen, die sie wegen der Coronakrise nicht antreten konnten. Die Rückerstattung läuft schleppend, wie kürzlich auch Lufthansa-Chef Carsten Spohr zugab. Wie andere Airline-Chefs verwies er dabei auf die große Anzahl an Stornierungen, die Zeit benötigten. Spohr versprach künftig eine schnellere Abwicklung und eine stärkere Besetzung der Callcenter.

Condor-Chef Ralf Teckentrup hatte im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" versichert, wer kein Flugastguthaben wünsche, "bekommt sofort sein Geld zurück". Lediglich bei Kreditkartenunternehmen könne es 14 Tage dauern, bis das Geld auf dem Konto sei.

Der Unterschied zwischen der Erfahrung von Verbrauchern, Verbraucherschützern und Reisebüros einerseits und den Aussagen der Airline-Lenker andererseits ist bemerkenswert. Nach Angaben des DRV geht es allein in Deutschland um Flugtickets im Wert von rund vier Milliarden Euro. Diese Stornierungen würden aktuell von den Fluggesellschaften nicht bearbeitet und könnten damit auch nicht an die Kunden zurückgezahlt werden, sagte eine DRV-Sprecherin der "Bild“-Zeitung.  Neben den Kunden gerieten auch Vertriebspartner in eine wirtschaftliche Notlage, "weil die Fluggesellschaften ihrer Verpflichtung zur Rückzahlung nicht oder nur zögerlich nachkommen".

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