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8. August 2019 | 07:00 Uhr
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Anex-Gründer sieht bei Cook ein Management-Problem

Neset Kockar, der acht Prozent der Anteile am Unternehmen hält, glaubt, dass Thomas Cook auch mit einer kleineren Kapitalspritze als den vom Großaktionär Fosun vorgesehenen 830 Millionen Euro und der Umwandlung von Bankschulden in Anteile saniert werden könnte. Es gebe dort eher ein Management-Thema als ein reines Finanzproblem.

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Kockar, der nach eigener Aussage noch keinen direkten Kontakt zur Cook-Führungsriege hatte, betonte gegenüber der Nachrichtenagentur "Bloomberg", er wolle nicht am Handel mit Thomas-Cook-Aktien verdienen, sondern habe einen langfristigen Plan für Thomas Cook entwickelt. Darüber habe er mit den Banken, die mit Thomas Cook und dem chinesischen Großaktionär Fosun zusammenarbeiteten, schon gesprochen. "Viele sehen Thomas Cook als kaputte Maschine, aber ich glaube, wenn die richtigen Maßnahmen ergriffen werden, ist es ein großartiges Unternehmen, das wieder sehr effizient arbeiten kann", sagte der Gründer des Touristikkonzerns Anex Tour, der vor allem mit Kunden aus Russland und der Ukraine gut 2,1 Milliarden Euro pro Jahr umsetzt.

Kockar will auf Dauer mitspielen

Kockar erklärte zudem, er sehe sich durch den Kursanstieg der Thomas-Cook-Papiere nach seinem Engagement in seiner Überzeugung bestätigt. Dies beweise, dass viele Investoren seiner Meinung seien. Er sei von zahlreichen Interessierten auf seine Pläne angesprochen worden. Zudem sagte der türkische Cook-Investor, der Konzern müsse inklusive der Airlines als Einheit zusammengehalten werden. Die Fosun-Pläne sehen eine Aufspaltung von Airlines und Veranstalter in die Airline-Sparte mit chinesischer Minderheitsbeteiligung und den Veranstalterbereich mit Fosun als Mehrheitsgesellschafter vor. Auch eine Zusammenarbeit zwischen Thomas Cook und seinem Unternehmen, das in weitere westliche Quellmärkte strebt und eine Kreuzfahrtsparte aufbauen will, brachte Kockar gegenüber "Bloomberg" ins Spiel.

Insgesamt, so vermerkt die Nachrichtenagentur, deuteten die Aussagen des Anex-Chefs auf einen bevorstehenden Konflikt über die Zukunft von Thomas Cook hin. Thomas Cook und Fosun haben bislang nicht  auf die Aussagen des Investors reagiert, der versichert. "Ich kann Kapital, beiderseitige Synergien und operatives Know-how einbringen. Ich habe meine eigenen Quellen für Finanzierungs- und Aktionspläne und würde diese gerne diskutieren. Ich verfolge einen sehr freundlichen und konstruktiven Ansatz."

Christian Schmicke   

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